„Nachts im Museum“ – Neu im Kino
Es ist scheinbar ein ungeschriebenes Gesetz, in der amerikanischen Filmbranche, dass bekannte Filmkomiker, sich zumindest einmal in ihrer Karriere einem familientauglichen Weihnachtsfilm hingeben müssen. So trat Jim Carrey mal als „Der Dummschwätzer“ auf und ein anderes mal als „Der Grinch“, während Robin Williams sich vor allem in der Fantasy-Komödie „Jumanji“ ein weihnachtliches Denkmal setzte. Es verwundert kaum, dass das Ben Stiller-Vehikel „Nachts im Museum“ große Ähnlichkeiten mit „Jumanji“ aufweist und daher konsequenterweise Robin Williams in einer wichtigen Nebenrolle agieren lässt.
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Auf der Suche nach Zufriedenheit
Als Larry Daley spielt Stiller den typisch-tapsigen Jedermann („Verrückt nach Mary“, „...und dann kam Polly“, „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“), der ihm so auf den Leib geschneidert scheint, bei seinen Fans allerdings auch schon ein wenig Müdigkeit aufkommen lässt. In „Nachts im Museum“ ist Stiller als geschiedener und erfolgloser Möchtegern-Unternehmer Larry Daley auf der Suche nach einer stabilen Arbeitsstelle, um seinem Sohn Nick (Jake Cherry – „Friends with Money“) ein gesichertes Umfeld bieten zu können.
Da kommt die Stelle als Nachtwächter im Museum of Natural History wie gerufen. Inmitten von ausgestopften Tigern, einem Dinosaurierskelett und etlichen historischen Figuren, scheint dies die Arbeit zu sein, die ihm die vorgeschwebte Sicherheit beschert, auch wenn er sich zunächst zerschmettert am Ende seines Lebens wähnt. Seine Vorgänger – das Nachtwächtertrio Cecil (Dick van Dyke – „Mary Poppins“), Gus (der einstige Kinderstar Mickey Rooney) und Reginald (Bill Cobbs – „Bodyguard“) – weisen ihn in die Arbeit ein und bewahren doch ein, zwei Geheimnisse für sich. Dass des Nachts im Museum alles – auch der ausgestopfte Teddy Roosevelt (Robin Williams – „Mrs. Doubtfire“) – zum Leben erwacht. Warum ist dem verdutzten Larry zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar und auch vollkommen egal.
Kinder, heute wird’s was geben
Des Nachts wird alles lebendig. Diese Ausgangsposition bietet genügend Möglichkeiten für Ben Stiller um schreiend im Museum hin und her zu laufen und mit den staunenden Augen der kindlichen Zuseher, die Spezialeffekte über sich ergehen zu lassen. Für die erwachsenen Begleiter gibt es dazu noch Gaststars in „kleinen“ Rollen wie etwa Owen Wilson oder Steve Coogan als Miniatur-Cowboy beziehungsweise Miniatur-Römer. Regisseur Shawn Levy – der für die miserable „Pink Panther“-Neuauflage verantwortlich zeichnet – hat also an alles gedacht.
Er muss deshalb auch gar nicht mehr viel inszenatorisches Geschick einsetzen, denn die Schaueffekte erledigen bereits die Arbeit für ihn. Ben Stiller spielt routiniert die Rolle des auf dem Weg zur Besserung befindlichen Vaters und das Drehbuch kann mit kindlichen Witzen das Publikum für sich gewinnen. Auf eine logische Handlung muss dabei ebenso wenig geachtet werden, wie auf Logiklöcher. Ein Film, der wie eine Achter- oder Geisterbahnfahrt funktioniert, hat sich eigenen Regeln unterzuordnen und „Nachts im Museum“ macht dies relativ geschickt.
Der Charme des Alters
So harmlos und konservativ „Nachts im Museum“ dann auch ist, so sind es die drei Altstars Dick van Dyke, Mickey Rooney und Bill Cobbs, die mit all ihrer Routine und einem schrulligen Auftreten, für wahren Charme sorgen. Die Rolle, die ihnen das Drehbuch dann am Ende zuschreibt, ist zwar vorhersehbar und für die Weiterentwicklung der einzelnen Charaktere notwendig, nimmt dem Trio aber nichts von seinem eigenwilligen Status in diesem mechanischem Film, der wie eine einzige Marketingbemühung wirkt.
Ben Stiller hat somit seine Pflichtübung erfüllt und es bleibt zu hoffen, dass er sich nun endlich auf interessantere Rollen konzentriert und das Publikum nicht wieder Jahrelang mit der immer selben Rolle konfrontiert. Einen Film wie „Nachts im Museum“ werden wir schließlich in ein paar Jahren ohnehin wieder zu sehen bekommen ... mit dem neuen Komiker-Superstar aus Hollywood.
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