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Kommentar Vergiss Bond

Ein Profikiller und ein Geschäftsmann ...
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... erleben ein haarsträubendes Abenteuer
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„Mord und Margaritas“ – Neu im Kino

Haken wir die Sache gleich zu Beginn ab. Ja, der Hauptdarsteller dieses Films ist der ehemalige James Bond-Darsteller Pierce Brosnan, doch das ist Vergangenheit und seine zukünftige Karriere darf und soll fernab des Engagements als 007 betrachtet werden. Womit wir endlich bei der neuesten Rolle des irischen Hollywoodstars wären: „Mord und Margaritas“, mit dem besseren englischen Originaltitel „The Matador“.

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Mach mir den Stier
Ein Radiowecker schaltet sich ein, eine männliche Stimme führt den noch Schlafenden in den Tag hinein, als plötzlich der Ton dieser Radiostimme sich ändert und in ein Schreien mündet: „Julian!! Julian!!!“. Augen auf für Julian Noble (Pierce Brosnan – „Der Schneider von Panama“), der sich in einem großen Bett wiederfindet - mit einer schönen, nackten Frau neben sich und der Einsicht, sich die schreiende Stimme eingebildet zu haben.

Julian hat an diesem Tag viel zu tun, doch für das Lackieren der Zehennägel hat er noch Zeit. Ja, dies ist nicht der Profikiller, wie er sich sonst präsentiert. Pierce Brosnan – der für diese Rolle vollkommen zu Recht für einen Golden Globe als Bester Darsteller in einer Komödie nominiert wurde – ist der unumstrittene Höhepunkt von „Mord und Margaritas“. Seine Darstellung des von einer Midlife-Crisis gebeutelten Profikillers ist subtil und humorvoll. Dabei ist Julian Noble auf der Oberfläche hauptsächlich ein rüder und vulgärer Frauenheld mit Spaß am Töten. Da werden Erinnerungen an Billy Bob Thorntons ausfällige Performance in „Bad Santa“ wach. Die beiden Charaktere sind sich denn auch gar nicht so fremd.

Ein Geschäftsmann auf Abwegen
Dabei dreht sich der Film nicht nur um Julian allein. Die Geschichte wird erst richtig amüsant, als er in einer Bar auf den glücklosen Unternehmer Danny Wright (Greg Kinnear – „Godsend“) trifft, der einen wirklich, wirklich schlechten Tag hinter sich hat. Um eine glückliche Zukunft mit seiner Frau Carolyn (Hope Davis – „About Schmidt“) zu haben, setzt er all seine Hoffnungen in die Anstellung bei einem mexikanischen Projekt. Da läuft ihm Julian über den Weg und die beiden Männer landen, voneinander auf geheimnisvolle Weise fasziniert, bei einem Stierkampf.

Womit wir beim Knackpunkt des Filmes wären. So mag der deutsche Verleihtitel etwas von dem Humor vermitteln, geht an der Sache aber vorbei. „The Matador“ ist Julian Noble, ist Pierce Brosnan. Sein Weg, wie er Menschen tötet – mit einem letzten Hauch von Würde –, korreliert mit den Taktiken des Matadors bei der Tötung eines besiegten Stiers. Julian sieht seine Arbeit auch als würdevolle Tätigkeit, die es seinen Opfern - dank des professionellen Mörders - erlaubt, mit einem Hauch von Anstand aus dem Leben zu scheiden. Eine Tatsache, die seinen neuen Freund Danny fasziniert und zugleich verstört.

Die Elemente des Comics
Natürlich ist Pierce Brosnans Darstellung zum Teil auch die einer Comic-Figur. So viele ernste Konflikte in seiner Brust wohnen und sein Leben zur Qual machen, so sehr ist sein Charakter auch eine überzeichnete und liebenswerte Version einer harten Action-Figur. Familienunterhaltung mit einem Auftragsmörder.

Der Schlüsselsatz des Films ist demnach auch eine Definition Dannys über seinen neuen Freund Julian: „Ja, er ist sehr nett für einen Profikiller, wirklich nett.“

Julian Noble ist das Epizentrum des Films und deshalb muss er auch, um ein großes Publikum anzusprechen, trotz seines blutigen Treibens im Inneren ein lieber und netter Kerl sein, der einfach zu wenige Freunde und zu viele Psychosen hat.

Das Problem der Primärfarben
Während Pierce Brosnan – unterstützt von den beiden wunderbaren Nebendarstellern Kinnear und Davis – eine hervorragende und imponierende Leistung bietet, lässt das Niveau des Films oftmals Fragen offen. Viele Gags zünden nicht und leiden unter dem unentschlossenen Tempo der Erzählung. Dabei hat Regisseur und Autor Richard Shepard („Oxygen“) sich alle Mühe gegeben, um ein optisch ansprechendes Konzept zu erstellen.

Das Spiel mit Primärfarben und dem Einbezug besonders bunter Gegenstände – die somit selbst zum Teil der Erzählung werden – können sich aber nie wirklich gegen das mal viel zu schnelle und dann wieder viel zu betuliche Tempo der Story durchsetzen. So bleibt „Mord und Margaritas“ nur leichte Unterhaltung, mit einem hervorragenden Hauptdarsteller, der beweist, dass er sehr wohl ein Leben nach James Bond hat … und dieses offenbar auch genießt.

Mehr dazu ...

 Kommentar Filmriss: Die aktuellen Filmstarts der Woche
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Link dazu ...

 Externer Link The Matador

Rezension von Patrick Dorner > [ Mail ]

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