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Kommentar Da fliegt er wieder

Ein neuer Superman erklomm den Fernsehschirm ...
Ein neuer Superman erklomm den Fernsehschirm ...
... und brachte viel Ironie in die Geschichte des[br]fliegenden Helden
... und brachte viel Ironie in die Geschichte des
fliegenden Helden

„Superman – Die Abenteuer von Lois und Clark“ ist naive und humorvolle Unterhaltung

In den USA – und auch der restlichen westlichen Hemisphäre – gilt die Comicfigur Superman als einer der wichtigsten und prominentesten Einflüsse der Comickultur auf das popkulturelle Leben. Ohne den durchschlagenden Erfolg, den dieser Charakter Mitte der Dreißigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts hatte, wären Folgewerke wie „Batman“, „Spider-Man“ oder die „X-Men“ undenkbar gewesen. Batman entstand überhaupt in der direkten Nachfolge und auf Basis des kommerziellen Erfolges von Superman. Stummer Zeuge ist das Vorhandensein eines Capes, das plötzlich jede Figur zu tragen hatte.

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Lust und Frust in Metropolis
Im Sog der jetzt so populären Comic-Verfilmungen scheint es undenkbar, wie gerade Superman vom Kino übergangen werden konnte. Dabei ist die Antwort ganz leicht. Einen fliegenden Superhelden ins rechte Licht zu rücken, ist schlicht und ergreifend eine komplizierte und teure Angelegenheit. Mitte der Fünfzigerjahre gab es mit George Reeves in der Titelrolle den ersten Versuch, den Helden auf den Fernsehschirm zu bannen. Der relative Erfolg wurde getrübt von der etwas zu lässlichen Machart, in der die Abenteuer nicht wirklich ernst genommen wurden.

So dauerte es bis 1978, ehe Hollywood den Sprung auf die große Leinwand wagte. Christopher Reeve in der Rolle seines Lebens und Gene Hackman als hysterisch-bösartiger Lex Luthor ließen Kritiker und Publikum jubeln. Dennoch schien ein Fluch über dem Projekt zu ruhen. Auf insgesamt vier Kinoabenteuer angewachsen, schien „Superman“ wieder zur Karikatur seiner selbst geworden zu sein, weshalb sich die Schöpfer der Figur lieber auf animierte Serien beschränkten.

Bruder Batman
Als 1989 Supermans Kollege Batman die Kinoleinwand mit fulminanten Ergebnissen eroberte, schien das Comeback für den Mann mit dem großen S auf der Brust vorprogrammiert. Doch zu einem Kinoeinsatz konnten sich die Produzenten nicht durchringen. Stattdessen entstand – Kosten sparend und auf dem Sicherheitsgedanken aufgebaut – 1993 eine Serie: „Superman – Die Abenteuer von Lois und Clark“.

Mit vornehmlich wenig bekannten Darstellern und einem auf Ironie aufgebauten Handlungsgerüst versuchten die Fernsehproduzenten Joe Shuster und Jerry Siegel die Fangemeinde nicht zu brüskieren, aber zugleich einer nicht gerade der Comicwelt nahe stehenden Seherschaft nette und fantastische Unterhaltung zu liefern. Dass dieser Spagat in vielerlei Hinsicht gelungen ist, kann seit einiger Zeit auf dem deutschen „Recycling-Kanal“ „Kabel eins“ jeden Tag begutachtet werden.

Offene und versteckte Liebe in Metropolis
Nachdem – wie zuvor erwähnt – Batman, unter der Regie von Tim Burton, sein düsteres Zuhause im Kino präsentierte, wurde Superman im Fernsehen zum sonnigen Gegenentwurf konstruiert. Deshalb legten die Macher ihre Aufmerksamkeit auch eher auf Ironie und vor allem Romantik. Die berufliche und private Beziehung zwischen den „Daily Planet“-Reportern Lois Lane und Clark Kent – dargestellt von der damals kaum bekannten Teri Hatcher und dem heute noch weniger bekannten Dean Cain – sorgt für familienfreundliche Unterhaltung, die in ihren Dialoggefechten auch schon mal Erinnerungen an Screwball-Komödien der Fünfzigerjahre aufkommen lässt.

Selbstverständlich kommt die Superman-Serie nicht um die Comicelemente herum und so fliegt auch dieser Held mit rotem Cape durch Metropolis und kämpft einen nicht enden wollenden Kampf gegen seinen Erzfeind Lex Luthor. Dessen Darsteller John Shea überraschte mit seiner Interpretation Luthors als Industriemagnat mit wolliger Haarpracht. Erst zu Beginn der zweiten von insgesamt vier Staffeln, verliert Lex Luthor seine Haare und erhält so seinen markanten Glatzkopf.

Gekonnte Freiheiten
In diesem Konzept bleiben dann große Duelle bewusst auf der Strecke und Superman wird beinahe nie wirklich gefordert. Stattdessen gefallen sich Teri Hatcher und Dean Cain in ihren immer romantischer werdenden Wortduellen und der mittlerweile verstorbene Lane Smith durfte einen kumpelhaften, Elvis Presley-liebenden Zeitungschef Perry White geben.

Für „Hardcore-Superman-Fans“ dürfte die damals äußerst erfolgreiche Serie durch ihre ironischen Anspielungen auf die recht unglaubhaften Comicelemente ein kurzweiliges Vergnügen sein. Für den nicht sonderlich Comic-bewanderten Zuseher bietet die Serie wohl auch heute noch ebenso amüsante wie romantische Unterhaltung. Auch wenn die Karrieren der Darsteller später durch so manches Tief wanderten (Teri Hatcher) oder sich in selbigem befinden (Dean Cain), auf „Superman – Die Abenteuer von Lois und Clark“ können sie zufrieden zurück blicken.


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