„Hostel“ – Neu im Kino
„So etwas vergisst du nie“, sagt die Figur des amerikanischen Geschäftsmannes und meint damit, freie Hand zu haben einen Menschen für 10.000 Euro zu foltern und zu töten. Genauso hätte er aber auch das schlechte Machwerk von Eli Roth meinen können, der unverständlicherweise von Quentin Tarantino gefördert wurde.
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Neue Grundidee
Die jungen Amerikaner Paxton (Jay Hernandez – „Im Feuer“), sein Freund Josh (Derek Richardson – „Dumm und Dümmerer“) und Oli (Eythor Gudjonsson) aus Island, der sich ihnen unterwegs angeschlossen hat, sind mit dem Rucksack auf dem Weg durch Europa. Dabei sind sie auf der Suche nach Spaß. Das heißt möglichst viel Sex mit jungen attraktiven Frauen. So geraten sie in ein Hostel in der Slowakei, das angeblich die schönsten, sexgierigsten Frauen haben soll. Man muss lediglich Ausländer sein, um sie rumzukriegen. Was sich als Paradies ankündigt, entpuppt sich als Vorhof zur Hölle. Denn das Hostel dient lediglich als Köder für einen internationalen Folterring. Dieser ermöglicht es zahlungsfähigen Kunden bereits ab 10.000.- Euro Menschen zum Töten zu kaufen. Können Paxton und seine Freunde diesem Alptraum entkommen?
Ist der Anfang der Geschichte doch sehr nach Schema F aller anderen Horrorfilme gestrickt, mit jungen Menschen an abgeschiedenen Orten auf der Suche nach Sex, so ist das Foltern für Geld ein neues Element. Anscheinend soll es laut Roth so etwas in Thailand geben, wo sich verarmte Menschen töten lassen um ihre Familien mit Geld zu versorgen. Doch damit hört auch schon alles Innovative auf.
Sündiger sterben
Die alten Grundregeln des Horrorfilms missachtet Roth bewusst oder unbewusst völlig. Denn, wie die Wenigsten wissen, enthalten Horrorfilme stets tief religiöse Botschaften. So sterben eigentlich nur diejenigen, die vor- oder außerehelichen Sex haben. Diese Metapher wird bei Roth um des Schock willens meistens außen vor gelassen. Es geht ihm mehr um das Schockieren und die Aneinanderreihung von Sex- oder Gewaltszenen, ohne eine wirkliche Geschichte erzählen zu können. So sind die grafischen Gewalt-Darstellungen sehr hart und ohne jede Subtilität. Was „Der weiße Hai“ für alle Schwimmer wurde hätte „Hostel“ für alle Backpacker werden können. Doch Roth, dem schon in seinem Erstlingswerk „Cabin Fever“ jede Form von „Weniger-ist-Mehr“ fremd war, schafft keine Angst, sondern eher Unglaubwürdigkeit. Am Ende bleibt die Frage, ob so etwas tatsächlich hier in Europa, wenn auch Osteuropa, in dieser Form passieren könnte.
Schwer erfolgreich
Roth’s Horrorfilme sind mit ihren kleinen Budgets unglaublich erfolgreich. So ist davon auszugehen, dass wir auch in nächster Zeit nicht von seinen Filmen verschont bleiben. „Hostel“ kostete nur 5 Millionen Dollar und spielte bis dato 55 Millionen weltweit ein. DVD und Video-Einnahmen sind noch nicht mitgezählt. Einer der Gründe scheinen die wirklich sehr guten Marketing-Maßnahmen zu sein. So sind die Poster um vieles besser als der Film und zeigen Bilder, die man so nie im Film sieht, auf die man aber wartet. Ebenso sorgt der Trailer für hohe Erwartungen. Zu guter Letzt das Gütesiegel „Tarantino präsentiert“, das einen ja auf Qualität hoffen lässt. Alles hat gewirkt, aber die Frage ist, wie oft Tarantino das noch machen kann, bis die Zuschauer daran nicht mehr glauben.
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