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Mit einer Leiche im Bett: Otis und sein morbides Spielzeug
Mit einer Leiche im Bett: Otis und sein morbides Spielzeug
Sheriff Wydell folgt der Blutspur – und wendet dabei fragwürdige Methoden an
Sheriff Wydell folgt der Blutspur – und wendet dabei fragwürdige Methoden an

„TDR – The Devil’s Rejects“ – Neu im Kino

Wenn jemand Rob Zombie heißt – beziehungsweise sich solch einen Künstlernamen zulegt -, dann können seine Filme eigentlich nur im Horror-Genre situiert sein. Richtig? Richtig! Vor zwei Jahren führte das Regiedebüt von Heavy Metal-Ikone Zombie ins „Haus der 1000 Leichen“.

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Eine komische, brutale Familie
Alles beginnt mit einem Einsatz der Texas State Police vor dem Haus der Familie Firefly. Diese hatte kurz zuvor eine Gruppe von Cheerleadern entführt, gefoltert und ermordet. Dasselbe Muster wurde dann bei vier Jugendlichen angewendet. Dabei starb auch der örtliche Sheriff, der sich auf die Suche nach den Vermissten begab. Alles nachzusehen in „Haus der 1000 Leichen“. Wer sich ohne das Vorwissen aus diesem Film in „The Devil’s Rejects“ stürzt, hat allerdings auch kein Problem der sehr dünnen Handlung zu folgen.

Der amtshandelnde Sheriff Wydell (William Forsythe – „City by the Sea“) will den Tod seines Bruders – genau, der ermordete Sheriff – rächen. Deshalb hält er es für eine gute Idee das Haus der Familie Firefly unter Beschuss zu setzen und erst später nachzusehen, wer sich eigentlich darin aufhält. Dumm für ihn, dass ihm nur Mutter Firefly (Leslie Easterbrook – „Police Academy“) in die Hände fällt und dafür drei andere Familien-Mitglieder entkommen. Fortan begeben sich Captain Spaulding (Sid Haig – „Jackie Brown“), Otis (Bill Moseley – „Nacht der lebenden Toten“) und Baby (Zombies Verlobte Sheri Moon) auf eine Reise quer durch die Wüste Texas.

Gut und Böse?
Was auf die ersten Minuten folgt ist der Blutrausch einer Familie, die sich scheinbar sinnlos mordend von Haus zu Haus bewegt. Dabei werden unschuldige Männer, Frauen und Kinder gefoltert, ermordet und auch als Leichen noch bearbeitet. Doch das psychopathische Dreiergespann findet immer wieder Unterschlupf und Unterstützung, um auf ihrer Flucht nicht geschnappt zu werden.

Hier ist die Charakterisierung abgeschlossen. Auch wenn Mord und Totschlag das Dasein dieser Kreaturen bestimmt werden sie von einem rachsüchtigen Sheriff gejagt, der selbst kein Tabu zu kennen scheint. In körnigen 16 Millimeter-Bildern gibt es für den Zuseher keine Möglichkeit, sich für eine der beiden dargestellten Welten zu entscheiden. Ohne ironische Brechung agieren die Charaktere bis zur letzten Konsequenz. Rob Zombie hält sich allerdings in manchen Teilen des Films auffallend zurück und gibt seinen Folterknechten nicht mehr Gewaltanteile mit auf den Weg als es etwa Quentin Tarantino in seinen Werken.

Der Horror schleicht sich ein
„Ich bin der Teufel und ich verrichte des Teufels Werk!“, faucht Otis sein Opfer an. Dieser Allmachts-Anspruch, den diese Figuren über Leben und Tod erheben, hebt sie mit Fortdauer des Geschehens vom Boden des Roadmovies ab und macht aus ihnen Kreaturen des Horror-Genres. Konsequenterweise ist auch Sheriff Wydell von solch einer Lebensansicht geprägt. Die Gewaltpole, die hier aufeinander prallen, machen „TDR – The Devil’s Rejects“ zu einer Splatter-Ballade, in der die selbstzweckhaft eingesetzten Sadismen nur bei oberflächlicher Betrachtung dem eigenen Amüsement – ob jetzt dem der Film-Charaktere oder des Regisseurs, ganz egal – dienen.

Bei näherer Betrachtung ist Rob Zombie ein konzentrierter und nostalgisch anmutender Außenseiter-Thriller gelungen. Denn je näher die Reise der Fireflys ihrem Ende kommt, desto mehr sind sie Outlaws in einer sie nicht verstehenden Umwelt – inklusive der ignoranten und brutalen Staatsgewalt.

Der Zweck eines Genres
Horrorfilme dienen ihrem Publikum dazu seine Grenzen auszutesten und Filmemacher können die grafische Darstellung von Gewaltakten in ein filmisches Licht setzen. Zumeist laufen derartige Versuche nicht über das beschränkte Vermögen eines billigen B-Movies hinaus. Filmemacher wie Rob Zombie jedoch blicken hinter das Genre und nehmen es in aller Konsequenz ernst. Nur so sind Splatter- und Exploitationfilme auf achtbarem Niveau möglich.

So sehr „TDR – The Devil’s Rejects“ von einem etwas holprigen Erzähl-Rhythmus immer wieder gelähmt wird, so sehr ist es die zunehmende Gewalt, gepaart mit Anleihen im Hollywood-Kino der siebziger Jahre, die dieses Werk über den B-Movie-Status hinausheben.

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 Externer Link The Devil’s Rejects

Rezension von Patrick Dorner > [ Mail ]

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