Terence Hill und Bud Spencer bleiben die Könige des Sonntag-Nachmittag-Fernsehens
Wieder so ein Sonntag-Nachmittag und schon wieder nix im Fernsehen. Na gut, natürlich gibt es auch andere Aktivitäten. Vielleicht ein Buch lesen, spazieren gehen oder Musik hören. Nein. Denn spätestens nachdem ein gewisser Film im Programm entdeckt wurde, fällt die Wahl auf den Fernseher.
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Der müde Joe und der Kleine
Da springt einem die x-te Wiederholung eines Klassikers des Klamauk-Westerns ins Auge. „Die rechte und die linke Hand des Teufels“, im Grunde der zweite Teil einer losen Filmreihe, mit der sich die beiden Hauptdarsteller Terence Hill und Bud Spencer weltweiten Ruhm erspielten. So sitzt nun der nostalgisch werdende Konsument vor dem Bildschirm und lässt die ohnehin schon bekannte Geschichte auf sich einprasseln.
Der müde Joe (Hill) ist ein Gauner mit einem goldenen Herzen. Sein Bruder, genannt der Kleine (Spencer), hat sich den Titel des Dorf-Sheriffs ergaunert. Wie zu erwarten, hinter seiner rauen Schale steckt ein nicht ganz so harter Kern, auch wenn er seinen Bruder am liebsten sofort aus „seiner“ Stadt schicken möchte.
Dieselben Formeln, dieselben Filme
Natürlich hatten die Filme mit dem prügelnden Klamauk-Duo Spencer/Hill keine großen Ambitionen, doch sie entsprachen dem Zeitgeist. Geradezu als Antithese zu den legendären Spaghetti-Western von Sergio Leone („Spiel mir das Lied vom Tod“) funktionierten die Werke von E.B. Clucher alias Enzo Barboni. Der Erfolg von „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ ließ ähnlich bis vollkommen gleich gelagerte Filme folgen.
Da konnten selbst die USA nicht umhin und zeigten diese obskuren italienischen Filme mit respektablem Erfolg in ihren Kinos. Die harmlosen Prügeleien von Hill und Spencer gaben ein Jahrzehnt lang den Ton im „Action-Kino“ an. Da konnte nur noch Frankreichs Jean-Paul Belmondo dagegen halten. Gerade deshalb eignen sich diese Filme heute noch als Referenz für die eigene Kindheit. Ein gegensätzliches Duo, immer mit der schlechtesten Meinung vom Anderen, besiegt einen übermächtigen Gegner mit handfesten Mitteln und steht am Ende dann doch mit leeren Händen da.
Pädagogisch wertvoller Nonsens
Weshalb haben unsere Eltern uns eigentlich mit den Filmen dieser beiden Rabauken beglückt? Wahrscheinlich hatten sie selbst einfach viel zu viel Freude am harmlosen Treiben. So hat es doch auch heute noch immer den Anschein, als wären Spencer und Hill so etwas wie die Realfilm-Fortführung der Zeichentrick-Serie „Tom und Jerry“. Viel Gewalt ohne Folgen und Humor, der gerade dem Zuseher von 8 bis 14 Jahren einleuchtet.
Niveauvolles Fernsehen sieht selbstverständlich anders aus – ein Blick auf Arte lohnt sich hin und wieder –, doch wissen Sender wie der ORF und Kabel 1, weshalb sie die immer gleichen Filme wiederholen. Schließlich finden sich darunter genau diese nostalgischen Perlen, wie „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ oder „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“. Da bleibt kaum noch der Blick für andere solcher Perlen wie Louis de Funes in „Brust oder Keule“ oder gar Eddie Murphy in „Auf der Suche nach dem Goldenen Kind“.
Früher war alles besser
Unsere Eltern hatten ihre Freude an den alten Godzilla-Filmen, wir an Spencer und Hill. Es ist eigentlich die große Frage, welche Werke in 15 Jahren von den altbekannten Fernseh-Stationen wieder verwertet werden. Womöglich schaffen dann die heutigen Blockbuster die nostalgischen Kindheits-Erinnerungen einer kommenden Generation. Auch wenn der Autor dieser Zeilen sich noch nicht im Klaren ist, wer diesen Status einnehmen könnte. Irgendwelche Vorschläge?
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