Die US-Serie „Scrubs“ zeigt was Kreativität im Mainstream alles bewirken kann
Das Krankenhaus nennt sich „Sacred Heart“ und wurde von den Charakteren der Serie abwechselnd als Freizeit fressendes Monster oder als Ort der Freude bezeichnet. Generell unterscheidet es sich in keinster Weise von den Hospitälern aus „Chicago Hope“ oder „Emergency Room“.
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Mehr als nur Genre-Parodie
Doch die Begrenzung auf einen altbekannten Handlungsort würde zu kurz greifen. „Scrubs“ ist mehr als nur eine Parodie auf das höchst erfolgreiche Genre der Arzt- und Krankenhaus-Serie. Den Anspruch einer eigenständigen Komödie mit höchst absurder Situationskomik erfüllen allein die skurrilen Charaktere, durchgeführt von Produzent Bill Lawrence.
Dieser Mann zeichnete bereits für das Comedy-Kleinod „Spin City“ mit Michael J. Fox verantwortlich und es ist wenig verwunderlich, wenn im Laufe der bislang vier Staffeln immer wieder ehemalige Darsteller der einstigen Erfolgsserie in „Scrubs“ zu Gastauftritten erscheinen.
Selbstgespräche, Aggression, Egomanie: Humor
Wie gesagt, es sind die Charaktere die dieser Fernsehserie den Schwung und das gewisse Etwas verleihen. Angefangen vom Selbstgespräche führenden Tagträumer J.D. über den Berufs-Choleriker und erst in der Teilzeit als Arzt agierenden Perry Cox bis hin zum namenlosen Hausmeister, dessen einzige Erfüllung im beständigen Psychokrieg mit dem jungen J.D. zu liegen scheint.
Bei der Besetzung gelang eine exzellente Mischung aus jungen, unverbrauchten Gesichtern und arrivierten Mimen. Der damals noch unbekannte Zach Braff in der Hauptrolle hat mittlerweile nicht nur als J.D. für Furore gesorgt sondern auch mit seinem Regie-Debüt „Garden State“ viel Lob geerntet. Dazu gesellen sich in den USA bekannte Jung-Darsteller wie Sarah Chalke („Roseanne“) und Douglas Faison („Clueless“). Die Besetzung veredelt schlussendlich der aus etlichen Kinofilmen bekannte John C. McGinley in seiner Rolle als Dr. Cox.
Langsam anlaufender Erfolg
Der durchschlagende Erfolg, den „Scrubs“ in den USA von Serienstart an erreichte, ließ in Europa auf sich warten. Kein Wunder: Vor allem in Österreich warteten die Programm-Verantwortlichen vom ORF lieber mit einer adäquaten Programmierung und warfen die brandneue Sendung ohne große Werbung irgendwo in das Samstag-Nachmittags-Programm. Wie schon bei vielen anderen Produkten mit Erfolgsaussichten schien auch bei „Scrubs“ der Ausstrahlungs-Termin den frühzeitigen Tod der Serie in Österreich zu bedeuten. Gott sei Dank gibt es ja noch die deutschen Privatsender.
Angestachelt von der Abwanderung heimischer Seher zum deutschen Konkurrenten wurde „Scrubs“ ein besserer Sendeplatz zu Teil. Endlich war es auch den ORF-Konsumenten möglich, den jungen Ärzten und ihrem zynischen Mentor bei der Ausübung ihrer Arbeit zuzusehen.
Kreativität trifft Mainstream
Die amerikanische Komödie und der US-Film generell, hat mit dem Vorurteil der Geistlosigkeit und der Geldmache zu kämpfen. Bei österreichischen und deutschen Beiträgen wie „MA 2412 – Der Film“ oder Serien wie „Hausmeister Krause“ fragt sich aber, woher diese Abgehobenheit und teilweise ignorante Haltung herrührt. Natürlich, der Bildschirm wird überschwemmt mit minderwertigen Produkten, die allerdings billig zu haben waren und genau aus diesem Grund auch gesendet werden. Serien wie „Malcom Mittendrin“, „Die Simpsons“ oder eben „Scrubs“ beweisen, welches Potential in den Fernsehstudios und Filmproduktions-Stätten, schlummert.
Skurrile Details wechseln mit wunderbaren Wortduellen und die großartigen Leistungen der Darsteller machen die Serie zum reinsten Genuss. Sie lassen auch den Glauben an hochwertige Produktion im Angesicht der Gewinn- und Verlust-Rechnung wieder steigen. Allen Ressentiments zum Trotz.
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