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Kommentar Alles dumme Kinder

Terry erklärt Wut zu ihrem Lebenselixier ...
Terry erklärt Wut zu ihrem Lebenselixier ...
... worunter ihre Kinder allerdings leiden
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„An Deiner Schulter" – Neu im Kino

Zwei Nachbarn auf der so genannten schiefen Bahn oder was der durchschnittliche Psychiater so nennen würde – inklusive Alkoholismus und genügend Geld, um die gegenseitige Lebens-Inkompetenz aufrecht zu erhalten. Terry und Denny haben sich der Depression ergeben und erkennen darin den Wert von Gemeinschaft.

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Es ist diese Leidens-Gemeinschaft, die Joan Allen („Die Bourne Verschwörung“) und Kevin Costner („Open Range“) bilden und die den Reiz des Genre-Mischmasch „An Deiner Schulter“ ausmacht, denn beide Darsteller haben die Möglichkeit, zwei mit dem Leben nicht zu Rande kommende Individuen zu porträtieren, die in der typisch amerikanischen Vorstadt ihr Dasein fristen.

Bühne frei
Dabei hatte Regisseur, Autor, Produzent und Darsteller Mike Binder („Minority Report“) beim Schreiben seines Drehbuchs von Beginn Joan Allen für die Hauptrolle im Sinn. Denn offenbar war es in Hollywood ein offenes Geheimnis, dass ihr eine wirklich humoristische Note in ihrer darstellerischen Vita fehlen würde. „An Deiner Schulter“ gibt ihr die Gelegenheit, genau diesen Makel auszumerzen.

Genauso wie Kevin Costner, in der Rolle des zurück getretenen und in tiefsten Depressionen steckenden Ex-Baseball-Star Denny Davies, die Möglichkeit bekommt, seinen künstlerischen Fundus auszubeuten und in konzentrierter Form wieder zu geben. Sportler – vorzugsweise Baseball-Spieler oder einen Golfer – hat er ohne Zweifel drauf und mit seinem jugendhaften Charme schafft er es, an seine raren guten Rollen zu erinnern. Ein nicht ganz perfektes Paar, dargestellt von zwei Hollywood-Stars in perfekt auf sie zugeschnittenen Rollen.

Von der schwedischen Sekretärin …
Doch wovon reden wir hier eigentlich? Zu Beginn sind es die vier Töchter der vor Wut schäumenden Terry Wolfmeyer, die ebenso ratlos wie der Zuseher vor der Frage stehen, warum der liebe Vater nicht am Frühstücks-Tisch sitzt. Der Offenbarung ihrer Mutter, er sei mit seiner schwedischen Sekretärin nach Schweden verschwunden, stehen sie ungläubig bis enttäuscht gegenüber, nur die Wut will sich nicht einstellen. Diesen Zustand persönlicher Trauer heben sich die vier Töchter Hadley (Alicia Witt – „Die Sopranos“), Emily (Keri Russell – „Felicity“), Andy (Erika Christensen – „Traffic“) und Popeye (Evan Rachel Wood – „Down in the Valley“) für ihre Mutter auf.

Genau in diesem Moment schneit Denny vorbei, betrunken und zugekifft, wie beinahe jeden Morgen. Schon finden sich Terry und Denny gemeinsam vor dem Fernseher und bedauern sich gegenseitig.

Drama, Komödie und Romanze in einem
Es ist Mike Binder anzurechnen, sich nicht auf ein Genre festzulegen. Es entwickeln sich verschiedenste Handlungs-Stränge und vermischen sich zu einem einheitlichen Ganzen, in dem es schlussendlich doch hauptsächlich um die Wut und die Unmöglichkeit Terry Wolfmeyers geht, mit ihrem „neuen“ Leben zurecht zu kommen. Dabei wird sie begleitet von Denny, der in einer Radio-Sendung sein Auskommen findet und dessen Produktions-Assistent immer gern ein Auge auf „junge Mädchen“ wirft, da ihm Mittvierziger zu depressiv sind.

Punkt an Mike Binder. Joan Allen spielt Terry tatsächlich wie eine höchst depressive und von ihren Aggressionen kontrollierte Frau, die ganz bewusst in ihren eigenen Untergang steuert und dabei von ihren Töchtern großzügig unterstützt wird.

Ich habe vier Töchter – eine, die mich hasst und drei, die daran arbeiten.

Im Grunde eine auf hohem Niveau vorgetragene Kopie der Darstellung Diane Keatons in „Was das Herz begehrt“, auch wenn die Parallelen nur rein oberflächlich funktionieren, doch wie sonst funktioniert Kino wenn nicht über den Oberflächen-Reiz?

Von allem ein bisschen, doch nichts wirklich
Wenn sich am Ende ein recht eigenwilliger „plot point“ – eine Änderung der Handlung – einstellt, so hat Binder sein Ziel erreicht. Eine darstellerische Tour de Force – allen voran von den beiden glänzenden Hauptdarstellern Joan Allen und Kevin Costner, getragen von einem gut geschriebenen Drehbuch aber nicht zwingend in Szene gesetzt. Wenn Binder die Geschehnisse über die Monate, ja Jahre, trägt, dann vollführt er dies mit der Ruhe eines objektiven Chronisten und lässt die Handlung somit auch ungewollt dahin plätschern.

Wenn Binder dann allerdings auf die dynamisch vorgetragenen Konflikte lenkt, ist es wieder nicht der Verdienst einer rasanten Inszenierung sondern schlicht der Darsteller.

Doch wie bekennt Evan Rachel Wood im Schluss-Monolog: „Was weiß ich schon, ich bin doch nur ein dummes Kind“.

Link dazu ...

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