Auf der Suche nach dem
Heimatstaat der Simpsons
Über fünfzig Mal ist diese Glosse nun schon erschienen – der einzig wahre Grund, einen Fernseher einzuschalten oder überhaupt zu besitzen wurde allerdings bislang sträflich ignoriert. Spät, aber doch: Diese Glosse huldigt den Simpsons. Nun dürften sowohl die Serie als auch deren Hauptcharaktere als bekannt vorausgesetzt werden, weshalb sich diese Ausgabe des „Narrenkastls“ detektivisch betätigen wird und sich mit der bislang ungelösten Frage beschäftigt, wo Springfield, die Heimatstadt der Simpsons, in den doch eher weitläufigen Vereinigten Staaten von Amerika zu verorten ist. Denn Wallfahrten dorthin wären durchaus angebracht.
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O Springfield, Where Art Thou?
„Ich weiß, es ist ein bisschen verwirrend, aber wenn man die Hinweise zusammenzählt, ist es gar nicht so schwer herauszufinden“, meint etwa Lisa in einer Folge zu dem brasilianischen Waisenkind Ronaldo, der ihr nicht schreiben konnte, weil er – wie wir – nicht wusste, in welchem Bundesstaat die Simpsons wohnen. Ganz so einfach ist es dann aber auch wieder nicht. Schließlich ist Springfield der zweithäufigste Städtename der gesamten USA und die Simpsons-Produzenten machen es einem auch nicht gerade leicht: Als etwa der Kwik-E-Mart-Verkäufer Apu vor einer Amerika-Karte steht und das Geheimnis lüften will, hält Bart seinen Kopf genau in dem Moment vor die Kamera, als er auf Springfield zeigt. Und als Homers Halbbruder Herbert Powell einem Bahnangestellten mitteilt, in welchem Staat das Springfield seines Halbbruders liegt, das er zu bereisen gedenkt, pfeift gerade ein Zug so laut, dass man kein Wort versteht. So ein Pech aber auch.
Detektei „Narrenkastl & Partner“
Gehen wir also nach dem Ausschluss-Verfahren vor: Wie wir wissen, liegt Springfield neben dem verfeindeten Nachbarstädtchen Shelbyville. Nun gibt es in 36 Staaten mindestens ein Springfield (in Virginia gar acht); eine Ortschaft, die auf den entzückenden Namen Shelbyville hört, allerdings nur in acht Staaten. Wer nun glaubt, wir wären der Lösung schon sehr nahe, irrt. Denn in all diesen Staaten beträgt die Distanz zwischen Springfield und Shelbyville mehr als 50 Meilen, von Nachbarschaft also keine Rede. Doch gestehen wir den Simpsons-Machern großzügigerweise ein wenig künstlerische Freiheit zu und begnügen uns mit dem Wissen um ein Shelbyville im selben Staat.
Die Suche geht weiter
Wie wir aus der erwähnten Szene mit Herbert Powell wissen, will er nicht nach Springfield, Illinois. Bleiben noch Arkansas, Indiana, Kentucky, Michigan, Missouri, Tennessee und Texas, die sowohl ein Springfield als auch ein Shelbyville beheimaten. Da George Bush Sr. aus Texas nach Springfield zieht und Knoxville, Tennessee, ein Ziel von Barts durch mehrere Staaten verlaufendem Ferientrip ist, können wir diese ebenfalls im Geiste streichen. Und wer beim lehrreichen Schulausflug von Barts Klasse in die Kartonfabrik gut aufgepasst hat, weiß auch, dass die Kartons eigentlich nicht in Springfield, sondern im fernen Michigan hergestellt werden. Allgemein bekannt dürfte auch sein, dass der Stadtgründer Jebediah Springfield einen Büffel mit eigenen Händen erwürgt hat, aber vielleicht weniger bekannt: In Kentucky gab es diese majestätischen Tiere nicht.
Das sind keine Rätsel
Wie sich nun aus der Folge „Verbrechen lohnt sich nicht“ schließen lässt, gibt es im Staat des gesuchten Springfields die Todesstrafe, die durch den elektrischen Stuhl exekutiert wird. Diese Art der Exekution gibt es in den verbliebenen Staaten jedoch nur in Indiana. Hip-hip-hurra! Das Rätsel ist gelöst, das Ziel der Pilgerfahrt fixiert: Springfield, Indiana, ich komme! Der Simpsons-Schöpfer Matt Groening behauptet übrigens, dass Springfield als „Anytown, USA“ fungiere und geografisch nicht zu lokalisieren sei. Was hiermit freilich gründlich widerlegt wurde. Und wehe, die Menschen in Indiana haben keine gelbe Haut.
Links dazu ...
Externer Link The Simpsons Archive
Externer Link Map of Springfield
Externer Link Springfield Shopper
Externer Link Willkommen in Springfield
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