„Per Anhalter durch die Galaxis“ –
Neu im Kino
Im Weltall ist die Hölle los und um diese zu überstehen benötigst du zwei Dinge: Ein Handtuch und das Buch. Gemeinsam mit seinem Freund Ford Prefect wird der Engländer Arthur zum Weltall-Anhalter und macht Erfahrungen der skurrilen Art. CHiLLi blickt auf beide Seiten der Film-Medaille.
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Keine Panik! Es ist sehenswert
Gut zwanzig Jahre hat es gedauert bis sich endlich ein adäquater Regisseur für die Roman-Adaption gefunden hat. Bislang durfte Garth Jennings nur Musik-Videos für R.E.M. und Blur erarbeiten. Doch für die Visualisierung der unglaublichen literarischen Welt des leider viel zu früh verstorbenen Douglas Adams ist er genau der Richtige.
Bei Jennings ist das Weltall ein Hort für Gags wie sie bei Monty Python zu finden waren und außerirdische Rassen sehen ganz bewusst wie Puppen aus der Muppet Show aus. Der Charme liegt vor allem an dieser handwerklichen Atmosphäre, die sich im Kontrast zum Science-Fiction-Imperium á la „Star Wars“ sieht. Wenn sich dann einmal das Raumschiff in ein Wollknäuel verwandelt und die darin vorhandenen Personen ebenso, dann kennt die wunderbare Welt des Schwachsinns keine Grenzen.
Die Darsteller beleben das Werk
Natürlich ist es auch ein Verdienst der Darsteller-Riege, die sich ihre Rollen einverleibt. Dabei ist die Besetzung Mos Defs („The Woodsman“) als außerirdischer Ford kein Problem, schließlich steht nirgends im Roman seine Hautfarbe und der einstige Rap-Star weiß seine begrenzten darstellerischen Fähigkeiten maximal auszunutzen. Der britische Komiker Martin Freeman bleibt derweil so gewöhnlich wie möglich und überlässt damit Sam Rockwell („Confessions of a Dangerous Mind“) als dämlichen und von sich überzeugten Präsidenten der Galaxis, Zaphod Beeblebrox, das Kommando. Mit ihm mithalten können nur charismatische Charakterköpfe wie John Malkovich, in einem Kurzauftritt als Sektenführer oder Bill Nighy („Shaun of the Dead“) als Planeten-Konstrukteur Slartibartfast.
Der stille Held ist jedoch jemand anderes – Marvin. Der stets depressive Android wird in der Original-Fassung von Alan Rickman („Harry Potter“) intoniert und zu wahrhaft deprimierendem Leben erweckt. Gerade die von prominenten britischen DarstellerInnen verkörperten „Charaktere“ wie der allwissende Computer Deep Thought, der Wal oder einfach das Buch sind die kleinen skurrilen Essenzen des Films.
Ganz positiv kann allerdings eine Rezension nicht bleiben, zu oft gibt es manchen Leerlauf und einige Änderungen zum Roman erscheinen nicht zwingend sinnvoll, auch wenn sie von Douglas Adams höchstpersönlich in etlichen Drehbuch-Entwürfen festgelegt wurden. Weshalb er dies tat? Er hielt das potentielle Film-Publikum einfach für zu einfältig um ohne gewisse Grundthemen auszukommen, die in seiner „Trilogie in fünf Teile“ fehlen. Dazu war er sich auch der Wirkung des Androiden Marvin sehr wohl bewusst und konstruierte um ihn herum einen etwas veränderten Schluss.
Positives Fazit
Vielleicht mag dieser Film etwas zu „britisch“ in seiner Humor-Definition sein, doch er ist ganz und gar ein Ausblick in eine Welt, wie sie neben Adams nur Terry Pratchett zu konstruieren weiß. Allein dieses komprimiert präsentierte Ideenbündel ist es wert, sich unvoreingenommen dem Film zum Buch zu stellen.
Panik!
Hitchhikers Guide to the Galaxy – eine Romanvorlage, die eine ähnliche Fangemeinde um sich zu scharen weiß wie „Der Herr der Ringe“ – ist nun auch filmisch zu späten Ehren gekommen. Was im Vorfeld besonders bemerkenswert schien, war das federführende Mitwirken des Autors der „Hitchhiker“-Reihe, des mittlerweile verstorbenen Briten Douglas Adams. Zusammen mit Regie-Neuling Garth Jennings war eine adäquate Kinofassung des Kult-Romans geplant, die sowohl Fans als auch Neulinge mit in das schräge Universum von Arthur Dent und seinen intergalaktischen Saufkumpanen nehmen sollte. Bei diesem Konjunktiv blieb es aber leider auch.
Die unendlich langweiligen Weiten des Alls
Der Weltraum besteht ja größtenteils aus Vakuum, also gar nichts, was Douglas Adams beim Verfassen seines Drehbuchs offenbar mehr inspirierte als seine eigene Roman-Vorlage. Die Zerstörung der Erde, die scheinbar unglaubliche Wende im Leben des Menschen Arthur Dent, der auf einmal mit ein paar Irren die surrealsten Abenteuer erlebt und nichts desto trotz ein Spießer bleibt, erzeugen beim Kinopublikum bestenfalls ein wohlwollendes Grinsen, meistens aber ein Gähnen. Adams Änderungen gegenüber dem Original sind alle misslungen. John Malkovichs Charakter ist freundlich gesagt unwichtig und seine Rolle in der Geschichte bleibt völlig unklar. Am schlimmsten kommt es beim obligatorischen Liebes-Subplot: Bei Arthurs und Trillians intergalaktischer Tour l’amour ist einem das Zusehen beinahe peinlich.
Martin Freeman konnte sich mit der Rolle des Arthur Dent offenbar nicht anfreunden, Mos Def spielt irgendjemanden, nur nicht Ford Prefect – einzig Sam Rockwell ist gut wie immer als Zaphod, schizophrener Präsident der Galaxie. Als einzigem Darsteller gelingt es ihm aufzuzeigen, wie nahe der Film dem humoristischen Genie des Romans kommen hätte können. Das gleiche gilt im Übrigen für die gelungenen, im Laufe des Films eingeblendeten Auszüge aus „Hitchhikers Guide“. Diese sind auch ohne Vorkenntnisse des Buches sehr lustig und typisch Adams. Marvin, der stets depressive Androide, ist, bis auf seinen nicht ganz nachvollziehbaren Schlussauftritt, ebenfalls ein Highlight.
Negatives Fazit
Das Hauptproblem dieser Verfilmung scheint paradoxerweise die Nähe zum Originaltext zu sein; was lustig zu lesen ist, hört sich nicht zwingend lustig an und sieht auch nicht wirklich lustig aus. In seiner Gesamtheit wirkt der Film unnachvollziehbar und zu kurz, obwohl er viel zu langatmig angelegt ist. Wer das Buch gelesen hat, wird von diesem Film schwer enttäuscht sein; wer es nicht gelesen hat, sollte um das Geld für ein Kino-Ticket lieber das Buch kaufen. Schade, schade …
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Externer Link Per Anhalter durch die Galaxis
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