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Kommentar Der gefallene Engel

Das Unschulds-Engerl[br]gibts nicht mehr
Das Unschulds-Engerl
gibts nicht mehr
Regisseur George Lucas inszeniert eindringlich das Ende seiner Sternensaga
Regisseur George Lucas inszeniert eindringlich das Ende seiner Sternensaga

„Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith“ – Neu im Kino

Star Wars ist zurück – und gleichsam am Ende. Nach 28 Jahren schließt Regisseur George Lucas die Sternensaga rund um Darth Vader ab. Denn dessen Geschichte als gefallener Engel – vom unschuldigen Kind hin zum skrupellosen Mörder – steht in der angeblich endgültig letzten Kino-Umsetzung, „Episode III – Die Rache der Sith“, im Mittelpunkt.

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Sag mir ja nicht, wie’s ausgeht
Diesen Satz hört wohl jeder Vorab-Seher von potentiellen Kinobesuchern. Und das, obwohl die Ausgangs-Situation aus „Krieg der Sterne“ bekannt ist: Der Jedi-Orden existiert nicht mehr, die Kinder von Darth Vader – Luke und Leia – wuchsen mutterlos und getrennt voneinander auf. Trotzdem erhält Lucas den Spannungsbogen für die Zuseher aufrecht, dies liegt vor allem an der konsequenten Eliminierung sämtlicher für die Hauptgeschichte unnötiger Figuren und Dialoge. Kinderfreundliche Jarjar-Binks-Figuren wurden vom Regisseur aus dem Star Wars-Universum verbannt, trotzdem ist der Film nicht so düster wie erwartet.

Effekte soweit das Auge reicht
Der Film beginnt symbolhaft für die gesamte Umsetzung: Anakin Skywalker (Hayden Christensen) und sein Mentor Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) kämpfen in Raumgleitern gegen die Droiden-Armee von General Grievous. Die computergenerierte Figur des Generals ist eine der wenigen neuen. Und wirklich verzichtbar – weder wird erklärt, woher die geierähnliche Maschine mit lachhaftem Raucherhusten plötzlich kommt, noch, warum eine Maschine die Fähigkeit hat, mit der „Macht“ umzugehen. Leider wird Count Dooku (Dracula-Legende Christopher Lee) als Gegenpart der Jedi nicht weiter aufgebaut. Stattdessen bestimmt der deplatziert wirkende Grievous – neben Oberbösewicht Kanzler Palpatine (Ian McDiarmid) alias Darth Sidious – das dunkle Geschehen. Auch an anderer Stelle hat es Lucas mit den Möglichkeiten der Computer-Animation etwas zu gut gemeint: Sowohl Jedi-Oberguru Yoda als auch Mini-Roboter R2D2 scheinen direkt aus einem PC-Spiel entnommen und unwirklicher als je zuvor. Den rasanten Kampf-Szenen im Weltraum hingegen bekommt der neuerliche Technik-Schub: So lebendig und mitreißend wurde selten das All erobert.

Ist der Ruf erst ruiniert …
Trotz gewisser Schwächen entwickelt „Episode III – Die Rache der Sith“ eine schier unglaubliche Dynamik, die vor allem der Intensität des Schauspiels der beiden Hauptdarsteller Hayden Christensen und Ewan McGregor zu verdanken ist. Insbesondere ersterer hat seine Fähigkeit, dem zerrissenen Charakter von Anakin Leben zu verleihen, im Vergleich zu „Episode II – Angriff der Klonkrieger“ extrem gesteigert. Nicht länger wirkt er wie ein Junge, der frisch von der Schulbühne verpflichtet wurde. Überzeugender wurde selten eine komplexe Mischung aus verschiedensten Gefühlen vermittelt, auch wenn Anakins endgültige Entscheidung für das Leben als Darth Vader verwirrend schnell und unreflektiert dargestellt wird.

Das Ende eines Mythos
Genau in diesem grundlegenden Punkt liegt die Schwäche des Films. George Lucas schafft es nicht, Anakins Verwandlung völlig überzeugend erscheinen zu lassen. Zwar tötet dieser bald ohne Gnade, aber die Darstellung ist zu brav, die Bilder scheinen zu mild für die am Ende des Films immer wieder thematisierte Brutalität des Neo-Sith. Lucas wollte wohl vermeiden, dass der Film für jüngere Zuseher allzu brutal wird und er so Umsatz-Einbussen hinnehmen muss, dadurch verliert aber der Übergang des Protagonisten hin zum skrupellosen Mörder Darth Vader an Glaubwürdigkeit. Obi-Wan Kenobi wird hingegen anschaulich zum Verantwortungs-Träger aufgebaut – der Rolle, die Alec Guinness in „Krieg der Sterne“ einnimmt. Im Gegensatz dazu erhält Anakins Frau Padmé Amidala (Natalie Portman) eine dermaßen große Rolle in Episode III zugesprochen, dass das völlige Fehlen ihrer Erwähnung in den „alten“ Episoden im Nachhinein äußerst unlogisch erscheint.

Der Übergang zu der alten „Krieg der Sterne“-Trilogie ist Lucas dennoch mehr als gelungen, schade nur, dass Darth Vader in den nachfolgenden Filmen nun mehr als farblos erscheinen muss. Trotz einiger Mängel ist „Episode III – Die Rache der Sith“ der beste Film der „neuen“ Reihe. Packend und spannungsgeladen, traurig und trotzdem hoffnungsvoll. Regisseur George Lucas hat mit diesem Film seine Saga, die immer zugleich moderner Innovations-Motor und altmodische Märchen-Maschine war, zu einem würdigen Abschluss gebracht.

Link dazu …

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Rezension von Bernadette Geißler > [ Mail ]

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