„Der SpongeBob Schwammkopf Film“ – Neu im Kino
Der Kindersender Nickelodeon hält für jede Sparte seines kindlichen Publikums eine Sendung parat. Ob es die Kindergarten-Kinder-Sendung „Rugrats“ ist oder eben „SpongeBob“. Seit 1999 versucht sich sein Erfinder Stephen Hillenburg am Kunststück einer kindischen Sendung mit erwachsenem Zielpublikum. Die schrägen Animationen und – gelinde gesagt – irren Geschichten waren schon in der Serie kein geeignetes Kinder-Programm. Als Film bestätigt sich diese These umso mehr.
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SpongeBob im Vollrausch
Als Mr. Eugene H. Krabs aus edlen Motiven – Geld – eine zweite Filiale seines Imbiss-Ladens eröffnet, wähnt sich der über 370-fache Mitarbeiter der Woche SpongeBob am Ziel seiner Träume. Der Posten des Managers scheint ihm so gut wie sicher, kein ernsthafter Konkurrent in Sicht und die große Siegesfeier im Kinderlokal „Goofy Goober“ ist beschlossene Sache. Doch der strahlende Tag endet als Fiasko. Anstelle des kleinen Schwammes wird sein Kollege Squidward Tentacles zum Manager erklärt. Frustriert gibt SpongeBob sich gemeinsam mit seinem besten Freund Patrick dem Suff hin. Natürlich bleibt auch dies kindgerecht – unter den teilnahmslosen Augen des Kellners wird ein Eisbecher nach dem anderen gelöffelt. In der Zwischenzeit begibt sich etwas ungleich Folgenreicheres. Der vom Neid zerfressene, erfolglose Restaurant-Besitzer Plankton ist mit all seinen teuflischen Plänen gescheitert, doch „Plan Z“ liegt noch in der Schublade.
Von König Neptuns Krone und David Hasselhoff
Plankton stiehlt König Neptun, der unter Haarausfall und schwindendem Selbstbewusstsein leidet, dessen Krone. Noch schlimmer, der größenwahnsinnige Verschwörer hängt dies seinem Konkurrenten Krabs an. Doch da eilt SpongeBob zur Rettung und verspricht, die Krone gemeinsam mit Patrick innerhalb von sechs Tagen wieder aus der sagenumwobenen Muschelstadt zu holen und somit das Leben seines Chefs zu retten. Dies ist der Beginn zweier Handlungs-Stränge, die vor skurriler Komik und abgedrehten Ideen übergehen. Dabei ist das Sandwich-Auto, mit dem die beiden Helden ihre gefährliche Reise bestreiten, nur der erste von vielen Gags. Während Plankton weiter an der Erlangung der Bikini Bottom-Herrschaft feilt, folgt ein waghalsiges Abenteuer auf das nächste. Ob die Begegnung mit Schlägern in der heruntergekommenen Bar „Thug Thus“ oder der Auftritt von David Hasselhoff in roter Baywatch-Badehose als er selbst. Kein Inszenierungs-Stein bleibt auf dem anderen.
Kindischer Erwachsenen-Film oder schräger Kinderfilm?
Hillenburg hat schon mit „Rocko’s modernes Leben“ erste Erfahrungen im Bereich der Kinder-Amination gesammelt. Dabei machte er schon damals dem geneigten Zuseher klar, wie für ihn kindgerechtes Fernsehen aussieht. Dieses Konzept hat er mit „SpongeBob Schwammkopf“ verfeinert. Dem endgültigen Erfolg stand nur noch die Reüssierung im Kino im Weg. Das amerikanische Publikum hatte mit dem heldenhaften Schwamm seine Freude und bescherte finanzielle Gewinne. Doch allumfassende Liebe wird ihm nicht zu teil. Wie denn auch?
Selten war es so schwer, einen Film einzuordnen. Während die Handlung und das Verhalten der Charaktere von kindlichem Übermut geprägt sind, zeigt Regisseur Hillenburg für Kinder allzu gruselige Sequenzen und erlaubt sich mit Auftritten von realen Darstellern, wie jener von „Brusthaargott“ David Hasselhoff, Ausflüge in die Populär-Kultur. Wie schon die Macher von „South Park“ lässt sich auch Hillenburg nicht in eine Schublade stopfen. Der Unschuld seiner beiden Hauptfiguren steht die übersteigerte Wut ihrer Umgebung gegenüber. So leben SpongeBob und Patrick als Kinder in einer vollkommen erwachsenen Welt, die sich Bikini Bottom nennt und keinerlei Platz für kindisches Fehlverhalten hat. Das Resümee, das SpongeBob am Ende zieht, ist die Verschmelzung beider Welten: das Beibehalten seiner kindlichen Ideale gepaart mit egoistischem Ehrgeiz. Denn – verrückter Weltenherrscher hin oder her – der Manager-Posten ist immer noch das eigentliche Ziel seiner Mission.
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