„Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“ – Neu im Kino
Gaylord Focker (Ben Stiller) durfte bereits vor knapp fünf Jahren die Bekanntschaft seiner Schwiegereltern machen. Sehr zu schaffen machte ihm da vor allem Schwiegerpapa Jack Byrnes (Robert De Niro), der sich als leicht paranoider Mann mit Geheimdienst-Vergangenheit entpuppte. Das Erfolgs-Rezept ging auf und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die zweite Etappe im Parcours eingeläutet wurde.
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Wenn nur die Eltern nicht wären
Dabei scheint sich zu Beginn alles in Wohlgefallen aufzulösen. Familie Byrnes hat den zukünftigen Ehemann ihrer Tochter Pam (Teri Polo) akzeptiert und in die Familie aufgenommen. Jedoch steht der Gang zu Gaylords Eltern an und dieser will ihn so weit wie möglich hinaus zögern. Was zunächst wie die typische Panik vor dem elterlichen Besuch scheint, entpuppt sich schon bald als ungeahntes Feuerwerk der Peinlichkeiten. Während der konservative Jack seinem Enkelkind Selbstverantwortung schon im Kindesalter antrainieren will, bricht die ungezügelte Lebenslust der Familie Focker über ihn herein. In Person von Bernie (Dustin Hoffmann) und Roz (Barbra Streisand).
Hippie für ein Leben lang
Mit überschäumender Freude und Herzlichkeit nehmen Bernie und Roz Familie Byrnes für ein denkwürdiges Wochenende bei sich auf. Doch schon die Begrüßung ist zuviel des Guten für den stocksteifen Jack, der mit der alternativen und pazifistischen Lebenssicht der Fockers nicht wirklich zu Rande kommt. Seine Frau Dina (Blythe Danner) und Pam finden jedoch sehr schnell Gefallen an den Eltern von Gaylord – während dieser noch überlegt, wie er den Schaden in Grenzen halten kann.
Ein Griff ins Klo hat noch niemanden geschadet
Regisseur Jay Roach war noch nie für subtilen Humor bekannt. Seine Filmografie ist eine konsequente Auflistung derben Humors, womit wir schon bei den drei „Austin Powers“-Abenteuern wären und auch „Meine Braut, ihr Vater und ich“ abgedeckt hätten. Aufgrund eines akuten Mangels an zugkräftigem Material ließen sich Produzent De Niro und Regisseur Roach nicht lange bitten, sie legen die Erfolgsformel von Teil Eins noch einmal auf und garnieren sie mit zwei neuen großen Stars.
Dustin Hoffman und Barbra Streisand machen aus ihren peinlichen Figürchen noch das Beste und bieten Erfrischendes auf der Leinwand. Wenn Mama Streisand Erotik-Aerobic für Senioren ausrichtet und Papa Hoffman sich genüsslich der Lebensfreude hingibt, wird der Zuseher Zeuge sehenswerten Leistungen großer Darstellern in peinlichen Rollen – in einem insgesamt recht müden Film. Wie bei Fortsetzungen üblich, soll das Publikum mit einem höheren Gehalt an Grauslichkeiten bei der Stange gehalten werden und so wundert es dann niemanden, wenn die abgeschnittene Vorhaut des lieben kleinen Gaylord im Fondue landet.
Ein Horrorfilm im Gewand einer Komödie
Robert De Niro spielt solide den mürrischen, leicht paranoiden Schwiegervater in spe und spielt gekonnt mit seinen neuen Kollegen Hoffman und Streisand. Dazu kommt noch Ben Stiller, der wieder einmal das Problem hat, schlicht und ergreifend immer dieselbe Rolle spielen zu müssen – dabei wäre dieser Mann doch so talentiert. So allerdings lässt er sich in fertig präparierten Komödien zum Trottel vom Dienst abstempeln, der noch dazu unter der findigen Tüchtigkeit von Produzent De Niro und Brachial-Regisseur Jay Roach zu leiden hat.
Insgesamt bleibt ein recht fahler Nachgeschmack und irgendwie der Wunsch, nicht auch noch Zeuge einer dritten Episode zu werden. Diese müsste sich ja dann noch um einen Grad steigern und was dann bliebe, wäre wohl wirklich nur mehr ein Horrorfilm. Ganz ohne Kostüm einer familienfreundlichen Komödie.
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