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Kommentar Liebe ist härter als Krieg

Amy, das Aushänge-Schild der D.E.B.S.
Amy, das Aushänge-Schild der D.E.B.S.
Produzentin Andrea Sperling und Regisseurin Angela Robinson eröffnen mit ihrem Werk das Festival
Produzentin Andrea Sperling und Regisseurin Angela Robinson eröffnen mit ihrem Werk das Festival

„D.E.B.S.“ von Angela Robinson eröffnet das Festival Identities

Vier Superheldinnen im Schuluniform-Style kämpfen gegen das Böse der Welt, bis es zu einem Date mit dem Devil kommt. Dabei wird vor allem auf Schau-Werte und Slapstick gesetzt. Die Genre-Parodie „D.E.B.S.“ als Eröffnungs-Film von Identities 2005. Das queere Filmfestival hat heuer mit über einhundert Filmen einiges zu bieten. Mit dabei sind neben sehr tiefsinnigen, hintergründigen Filmen auch jene, die gut und gerne dem Mainstream zugerechnet werden können. Und solch ein Film wird es auch sein, welcher die Identities heuer eröffnen wird. Die Rede ist von einer in der Zukunft angesiedelten Teenie-Komödie im Superheldinnen-Stil, welche fast vorprogrammiert gut enden muss: D.E.B.S.

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Comicbuch-Figuren
Bei „D.E.B.S.“ handelt es sich um den ersten Abendfüller der amerikanischen Regisseurin Angela Robinson, die nach eigenen Aussagen Comicbuch-Figuren liebt und sich immer gewünscht hat, dass selbige lesbisch wären. Natürlich Grund genug, um ihren Traum selbst in Erfüllung gehen zu lassen. Ob die Realisierung gelungen ist mag dahingestellt bleiben. Fest steht, dass nicht nur der gleichnamige Kurzfilm der Regisseurin 2003 bei Identities als bester Kurzfilm ausgezeichnet worden ist, sondern auch, dass der nun gezeigte Spielfilm in Zusammenarbeit mit der Produzentin Andrea Sperling, welche am 2. Juni im Gartenbau-Kino anwesend sein wird, seine Premiere auf der Berlinale 2004 hatte.

Homosexualität als Nicht-Thema
Es gibt viele Arten, sich dem Thema Homosexualität im Film zuzuwenden. Und es gibt viele Arten, homosexuell liebende Menschen auftreten zu lassen, die eines nicht werden: als homosexuell deklariert. Der Film ist mit platten Dialogen und einer absehbaren Handlung im Stil à la James Bond gepflastert: eine Superheldinnen-Gruppe gegen das Böse der Welt. D.E.B.S. zeichnet sich dadurch aus, dass es in der dargestellten Sphäre nicht wirklich ein Problem ist, dass sich die perfekte Agentin Amy (Sara Foster) in den größten Feind, Lucy Diamond, verliebt und sich mit ihr für sieben Tage aus diesem Leben zurückzieht, um sich den schönen Seiten hinzugeben.

Eines soll dabei gesagt sein: es handelt sich hier dezidiert nicht nur um Sex. Nein, viel eher zerredet Amy die Zeit mit Sorgen über ihren Zustand und ihre verhängnisvolle Situation, die an Romeo und Julia erinnern könnte. Mit dem Unterschied, dass es sich hierbei um ein lesbisches Paar handelt, was allerdings nicht zentral zu sein scheint und im Endeffekt nicht wirklich auf Gegenstimmen stößt. Vielmehr verlieren sich alle nach einigen Sekunden, vielleicht auch Minuten der Auseinandersetzung mit Vorliebe in Freundschafts-Beteuerungen im Sinne von: Freunde für die Ewigkeit. An sich ein löbliches Ziel, doch auch keine Basis für Konflikt-Potential.

Queerer Schwerpunkt?
Es ist immer die Frage: Was erwarte ich mir von einem Film mit queerem Schwerpunkt? Und im Anschluss: Sind meine Erwartungen erfüllt geworden? Wer queeres Wissen in den Film mitbringt und auf Tiefgang oder zumindest die Thematisierung von homosexueller Liebe wartet, wird eventuell enttäuscht werden. Außer sie/er hat nichts gegen eineinhalb Stunden leichtbekömmlicher Unterhaltung, die definitiv nicht zum Mitdenken anregt, einzuwenden.

Liebe ist härter als Krieg
Wer allerdings denkt, bei „D.E.B.S.“ auf eine Horde pubertierender Girlies im Britney-Schuluniform-Style, rosa Täschchen mit inkludiertem Revolver, tonnenweise Make-up, lackierten Fingernägeln und in der Regel seichten, aber zum Teil durchaus witzigen Dialogen zu stoßen, hat gute Chancen, sich nach diesen 91 Spielminuten zu denken: „Genau so hab ich mir das vorgestellt. Toll. Ich weiß nun, dass es besser ist, Sex mit einer Frau zu haben als Australien zu zerstören und dass es im Leben einer Agentin primär auf eines ankommt: das Talent zum Lügen. Wow! Ich bin beeindruckt.“

Und dann kann der Film durchaus eine persönliche Bereicherung darstellen. Vor allem mit der Weisheit, welche ziemlich zu Beginn kundgetan wird: „War is easy. Love is hard.” Und in der Tat: eben das ist etwas, was vielen Leuten in der heutigen Zeit noch nicht klar zu sein scheint. In diesem Fall ist uns dieser Film möglicherweise tatsächlich etwas voraus.
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 Externer Link Identities 2005
 Externer Link D.E.B.S.
 Externer Link Interview mit Regisseurin Angela Robinson

Rezension von Monja Art > [ Mail ]

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