„Die Unglaublichen“ – Neu im Kino
Einst war Mr. Incredible (Craig T. Nelson – „The Skulls“) die ganz große Nummer. Ein Superheld wie er von allen geliebt, geschätzt und verehrt wurde. Vor allem sein größter Fan, der kleine Buddy Pine, wollte immer so sein wie er. Doch der aufdringliche Möchtegern-Held sorgt nur dafür, dass Mr. Incredible bei seinen Aufträgen öfters in Gefahr gerät als ihm eigentlich lieb ist. Dennoch ist der kleine Fan Buddy im Moment nur das kleinste von vielen, sich auftürmenden, Problemen.
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Wer verklagt einen Superhelden?
Nicht immer ist der Einsatz eines Helden gewünscht, von denen gibt es vielen. Unter anderem auch Elastigirl (Holly Hunter – „Das Piano“), die der unübertreffliche Mr. Incredible als bürgerliches Alter Ego Bob Parr zu ehelichen gedenkt. Selbst sein bester Freund Lucius sorgt als Frozone (Samuel L. Jackson – „Jackie Brown“) für Sicherheit in der Stadt. Doch die Bürger haben es satt, aufgrund spektakulärer Rettungsaktionen mit Verletzungen zurück zu bleiben. Die Klagen werden immer kostenintensiver und die Regierung hat keine andere Wahl als dem Willen des Volkes zu entsprechen. Die Ausübung von Heldentaten ist untersagt. Die geheime Zweitidentität ist von nun an die einzige. Mr. Incredible und Elastigirl leben von nun an als das Ehepaar Bob und Helen Parr in einer amerikanischen Vorstadtsiedlung.
Sehnsucht nach den glorreichen Tagen
15 Jahre später hat das Ehepaar Parr drei Kinder, von denen zwei mit Superkräften ausgestattet sind. Doch die gesamte Familie ist dazu angehalten sich bedeckt zu halten. Dabei haben die Versicherungen immer noch alle Hände damit zu tun, die wahren Identitäten der bürgerlich lebenden Unglaublichen zu schützen. Der Büroalltag hat Bob Parr fett und melancholisch werden lassen. Da schneit plötzlich eine geheime Nachricht in sein Arbeitszimmer und ein neuer Auftrag lockt ihn aus der bürgerlichen Enge. Doch was sich als Routine-Einsatz darstellt, entpuppt sich als die Rache eines groß gewordenen Jungen, der sich nun Syndrome (Jason Lee – „Vanilla Sky“) nennt und die Auslöschung aller Superhelden im Sinn hat, um schließlich ihren vakant gewordenen Platz einzunehmen.
Ein Erwachsenenfilm für Kinder
Pixar hat den Gipfel der eigenen Kreativität erreicht. Was immer zuvor war, es wird von „Die Unglaublichen“ in den Schatten gestellt. Waren die „Toy Story“ Abenteuer Meilensteine in der Animations-Kunst, so folgte darauf das finanzielle und Oscar geadelte Abenteuer „Findet Nemo“. Dennoch blieb ein kindlich-süßes Element an diesen Filmen hängen, die einen grenzenlosen Genuss kaum ermöglichten. Zu sehr standen Moral, Anstand und Familienwerte den Machern im Weg, als dass sie es tatsächlich mit der sarkastisch-frechen Gagmaschine „Shrek“ aufnehmen hätten können.
Dank Regisseur Brad Bird („The Simpsons“, „The Iron Giant“) hat Pixar die endgültige Emanzipation des Animations-Filmes ausgerufen. Eine reife und äußerst rasant erzählte Geschichte, umgeben vom Flair der Filme der Siebziger Jahre. Ein James Bond Film ohne den Titel-Darsteller und ohne Miss Moneypenny, dafür aber mit der schräg schönen Figur der Edna 'E' Mode (gesprochen von Bird persönlich). Schräge Witze wie sie einst von Richard Lester in „Superman II“ gepflegt wurden und eine Ansammlung hervorragend choreographierter Action-Sequenzen, die vor einigen Jahren noch als unmöglich zu bewerkstelligen klassifiziert wurden. Pixar gelingt es auch erstmals einen Film aus rein menschlicher Perspektive zu gestalten. Zu viel Realismus darf hierbei jedoch nicht erwartet werden. Weshalb auch? Im Gegensatz zum desaströs gescheiterten „Polarexpress“ sind die Figuren in einem Zwielicht von Realismus und Animation gehalten. Kein Schritt zurück, jedoch hin zu einer neuen Arbeitsweise im Animations-Film. Die Konkurrenz hat allergrößte Mühe, beim Vergleich mit diesem grandiosen Action-Animations-Abenteuer nicht zu scheitern. Selbst Realfilme werden sich ein Beispiel an den großartigen Action-Sequenzen nehmen. Die Zukunft des erwachsenen Animations-Filmes hat begonnen. Unglaublich!
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