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Auch Deutsche können lustig sein

Helge Schneider beim Jazz Spielen und Arbeiten
Helge Schneider beim Jazz Spielen und Arbeiten
Die gelangweilte Freundin und begeisterte Musiker
Die gelangweilte Freundin und begeisterte Musiker

Helge Schneider kehrt auf die Kinoleinwand zurück

Vor etwas mehr als zehn Jahren machte er mit Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem seinen ersten Kinofilm, seit ungefähr zwanzig Jahren steht er als Komiker auf der Bühne und noch viel länger als Musiker: Helge Schneider. Das Vorurteil, dass Deutsche keinen guten Humor haben, bestätigt und widerlegt er dabei im Alleingang.

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Verständnis-Probleme
Dass er Humor hat, kann Helge Schneider nicht abgesprochen werden. Allerdings ist schwer zu beurteilen, ob der eigentlich gut ist, worauf der mittlerweile bald 50-jährige Entertainer auch Wert legen dürfte. Während nämlich bei vielen Komikern der Versuch, wirklich komisch zu sein, auf Grund ihrer Lächerlichkeit nur bemitleidet werden kann, ist bei diesem guten Mann oftmals nur Ratlosigkeit angebracht: Meint der das ernst? Wohl kaum. Aber soll das jetzt lustig sein?

Schneider evoziert bei Zusehern unterschiedliche Reaktionen. Einerseits eben Ratlosigkeit und vielleicht sogar Unverständnis. Andererseits Begeisterung, dass sich da jemand dermaßen über die Regeln und Grenzen von Unterhaltung hinwegsetzt. Das führt dann zu Postings auf seiner Homepage wie: „Helge, du bist genial! Wer dich nicht versteht, der tut mir leid!“

Musiktalent Schneider
Auch seine neues Kinowerk Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm geht natürlich wieder in diese Richtung. Die Handlung kann in einem Satz zusammengefasst werden: Schneider spielt mit zwei Musikern - den Jazzgiganten Jimmy Woode und Pete York - in einem Jazzclub, der dann geschlossen wird, worauf sie der Einladung von Außerirdischen folgen, auf deren Planeten weiterzuspielen.

Wie bei seinen vorigen Filmen ist die Anzahl der Szenen, die für die Geschichte essenziell sind, in der Minderheit. Alles ist minimalistisch: Die Schauspieler spielen irgendwie, aber definitiv ohne die Absicht, gut zu sein. Die Dialoge wirken sowieso improvisiert. Und alles zusammen ist vor allem eines: total schräg.

Negation von Emotion
Dabei entsteht der Eindruck, dass Helge Schneider sich der üblichen Regeln eines lustigen Films, was Unterhaltung und Dramaturgie betrifft, durchaus bewusst ist – er will sie nur um jeden Preis nicht einhalten. Und genau dadurch entstehen dann diese saukomischen Momente, die die Schneiderschen Werke auszeichnen und sonst nirgendwo auf diese Art vorzufinden sind. Niemand könnte dabei so lustig wie Helge Schneider sein, wenn er, seine Hausschlüssel vergessen, die Türglocke betätigt, um seine Freundin mitten in der Nacht aufzuwecken, und dazu sagt: „Hoffentlich wacht sie davon nicht auf.“

Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm ist ein eigener, eigenartiger, und wenn der Zuseher geneigt ist, es so zu sehen, auch ein spezieller Film. Wer Helge Schneider kennt und mag, sollte ihn sich auf jeden Fall anschauen. Alle anderen können es auch ruhig einmal wagen, sollten aber gewarnt sein, dass sie etwas erwartet, was die Nerven durchaus überstrapazieren kann.

Ab 14.05.2004 im Kino

Mehr dazu ...

 filmriss: Filmstarts der Woche
Links dazu ...

 Externer Link Helge Schneider Homepage
 Externer Link Jazzclub – Der Film
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Rezension von Daniel Stroux > [ Mail ]

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