Die Passion Christi
Der neueste Wurf von Mel Gibson als Regisseur, Die Passion Christi, zeigt die letzten zwölf Stunden im Leben Jesu Christi beginnend beim Verrat durch Judas bis zur Auferstehung. Für Mel Gibson besteht die Inszenierung dieses Lebens-Abschnittes Christi darin, zwei Stunden lang zu zeigen, wie Jesus verprügelt, angespuckt, ausgepeitscht, getreten, gefoltert, ans Kreuz genagelt und erstochen wird. In kurzen Rückblenden erinnern sich die Protagonisten an bestimmte Abschnitte aus dem Leben Jesu. Dabei bekommt der Zuseher gerade einmal ein nettes „Best-of“ der schönsten Christus-Zitate zu hören.
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Skandalträchtiger Rekord
Der Film hat schon im Vorfeld für viel Wirbel gesorgt. Judenfeindliche Äußerungen von Hutton Gibson, dem Vater von Mel, sorgten für Stimmen, die dem Film instrumentalisierten Anti-Semitismus nachsagen. Und ein tödlicher Herzinfarkt einer Kino-Besucherin in den USA während einer Gewaltszene hat auch nicht gerade ein positives Licht auf das Werk geworfen. Nichtsdestotrotz hat der Film in den ersten fünf Tagen rekordverdächtige 100 Millionen Euro eingespielt.
Für Nicht-Gläubige ...
Für jemanden, der mit der Bibel weniger vertraut ist, wird dieser Film nicht allzu viel Aussage-Kraft haben. Die religiöse und historische Bedeutung ist für jene Personen nur schwer erahnbar und im Großen und Ganzen dreht sich alles einzig um unnötig in die Länge gezogene Folter-Darstellungen. Vermutlich könnten sadistisch veranlagte Menschen dabei auf ihre Kosten kommen, da mit künstlichem Blut nicht gespart wird. Wenn Jesus’ Hand am Kreuz befestigt wird, muss selbstverständlich eine Nahaufnahme in Zeitlupe genau zeigen wie der Nagel in die Haut eindringt und wie hoch die Blutfontäne ist, die dabei aus der Wunde spritzt. Auch masochistisch Veranlagte könnten ihren „Spaß“ haben, da es für manche sicherlich eine quälende Überwindung sein wird, den Film zu Ende zu sehen.
Für Gläubige ...
Um erste Meinungen einzufangen wurden Vorpremieren ausschließlich für Kirchen-Mitglieder organisiert. Das Feedback war recht unterschiedlich: Direkt aus dem Vatikan wurden lobende Stimmen vernommen, andere hingegen empfanden den Film als übertrieben brutal und schlecht. Was auch immer die Marketing-Maschinerie dem Publikum einzureden versucht, Die Passion Christi soll für gläubige Christen keinesfalls als Pflichtbesuch angesehen werden. Der Leidensweg ist eines der bekanntesten Themen im Neuen Testament und Mel Gibson hat dem auch nichts Sehenswertes hinzugefügt.
Wie bereits Kritiker aus dem Ausland verkündet hatten, werden die Juden tatsächlich als Christus hetzende, blutrünstige Meute dargestellt. Ob dieser Inszenierung deshalb wirklich Anti-Semitismus nachgesagt werden kann, ist fraglich. Trotzdem darf die Darstellung der Juden im Film nicht auf die Realität übertragen werden.
Für Sprach-Interessierte ...
Egal wie umstritten der Hintergrund des Werkes auch sein mag, auf der filmtechnischen Ebene kann der Umsetzung kein Vorwurf gemacht werden. Mel Gibson hat beim Leidens-Weg Jesu eben wirklich alles auf das Leiden fokussiert und dieses möglichst mitreißend gestaltet. Er wollte bestimmt keinen unterhaltsamen Film schaffen, sondern eher ein Gefühl des Unbehagens beim Zuseher auslösen und dieses Ziel hat er erreicht. Oft verwendete Stilmittel sind Nah-Aufnahmen und Zeitlupen, unterstrichen von dramatischer Musik und natürlich der beeindruckenden Inszenierung von Blut.
Für die Schluss-Szenen am Kreuz musste der Jesus-Darsteller James Caviezel unter anderem sieben Stunden geschminkt werden, damit die Wunden und Schnitte an seinem Körper möglichst realistisch wirken. Ebenfalls bewundernswert ist die glaubwürdige Schauspielerei aller sprechenden Beteiligten, wenn bedacht wird, dass sämtliche Dialoge auf Latein und Aramäisch, den ursprünglichen Sprachen der Charaktere, zu hören sind.
Ab 18.03. im Kino
Links dazu...
Externer Link The Passion of The Christ Online
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