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Das Normale ist Besonders

Christian Ulmen als Herr Lehmann auf seinen Streifzügen durch Berlin
Christian Ulmen als Herr Lehmann auf seinen Streifzügen durch Berlin

Filmischer Streifzug durch Berlin-Kreuzberg

Übernächtig stolpert Herr Lehmann die Straßen entlang als ihm plötzlich ein knurrender Hund den Weg versperrt. Anstatt die Straßenseite zu wechseln, lässt sich der Benommene auf den Boden nieder um daraufhin eine einseitige Debatte mit dem Köter zu beginnen. Da der Hund davon unbeeindruckt bleibt, teilt Herr Lehmann seine Flasche Whiskey mit ihm. Wenige Minuten später kann er von Glück reden, dass er nicht wegen Tierquälerei verhaftet wird.

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Das Besondere an Herrn Lehmann ist das Normale
Herr Lehmann lebt im West-Berliner Stadtteil SO36. In dieser kleinen Welt ist er der Guru der Hobby-Philosophen, Künstler, Trinker und aller, die sich die Nächte in den Bars um die Ohren schlagen. Er selbst arbeitet in einer Kneipe und ist soweit zufrieden mit seinem Leben. Dass ihn selbst seine Freunde nicht Frank sondern Herr Lehmann nennen, stört ihn, kümmert aber ansonsten niemanden. Immerhin steht der dreißigste Geburtstag unmittelbar vor der Tür.

Im Spätsommer 1989 wird Herrn Lehmanns bequemes Leben aus der Bahn geworfen. Ein spontaner Besuch seiner Eltern zwingt ihn dazu den Eindruck eines seriösen Lebens zu vermitteln. Zudem erlebt er dank der schönen Köchin Katrin die Folgen und Neben-Wirkungen des Verliebtseins. Zu allem Überfluss muss er seinen besten Freund Karl in die psychiatrische Abteilung des Krankenhauses einweisen lassen.

Bewährte Teamarbeit
„Herr Lehmann“ ist der Debut-Roman des Pop-Poeten Sven Regener, Sänger, Texter und Trompeter der deutschen Band „Element of Crime“. Als der Regisseur Leander Haußmann das Buch in die Hände bekam war ihm sofort klar, dass er dieses verfilmen möchte. „Mit Herrn Lehmann habe ich einen der seltenen Charaktere gefunden, die man unbedingt zum Leben erwecken muss. Das war mir schon nach den ersten fünf Seiten klar.“

Der MTV-Moderator Christian Ulmen, der Herrn Lehmann verkörpert, beweist mit seiner ersten Hauptrolle, dass er das Zeug zum Schauspieler hat. Lehmanns bester Freund Karl wird von Detlev Buck gespielt. Das Team Haußmann, Buck und Boje (Produzent) hat bereits „Sonnenallee“ gemeinsam realisiert und beweist wieder einmal die Fruchtbarkeit seiner Zusammenarbeit in Form einer ganz besonderen, charmanten Note.

„Herr Lehmann“ ist ein amüsanter Film, der gleichzeitig aber nachdenklich stimmt und die eine oder andere Sinnfrage aufkeimen lässt. In diesem Streifen wird die Liebe zum Detail durchgehend betont. „Der private Moment ist immer stärker als der politische Moment“, begründet Haußmann seine Herangehens-Weise. Trotz dessen, das Witz und Charme der Romanvorlage unschlagbar bleiben, kann die Verfilmung als durchwegs gelungen bezeichnet werden.

ab 3.Oktober im Kino

val/kw

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