„The Baddies“ über das anstrengende Tourleben, saubere Wäsche und den Indieband-Hype in England
Aggressiv, schnell und vor allem laut tönen die „Baddies“ aus Southend, England, seit Wochen schon unaufhaltsam durch Europa. Mit ihrem ersten Album im Schlepptau, führte sie ihr Weg schließlich auch ins Wiener Szenelokal B72. Bevor es da dann aber für die vier Herren auf die Bühne ging, standen Gitarrist Simon Bellamy und Schlagzeuger Jim Webster CHiLLi.cc noch Rede und Antwort zum immergleichen Outfit, dem Vergleich mit anderen Bands und den gleichbleibenden Strapazen des Musikerdaseins.
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CHiLLi: Da ihr hierzulande eine noch recht unbekannte Band seid, schildert doch bitte kurz, wie ihr euch kennengelernt habt.
Jim: Begonnen hat alles im Frühjahr 2007. Simons und meine Freundin waren ihrerseits seit Jahren beste Freundinnen. Schließlich zog Simon zu seinem Liebling nach Southend und wir begannen – wenn man so will – als eine große Familie zusammenzuleben. Mike, als meinen Bruder, kannte ich ja schon seit dem Sandkasten.
Simon: Danny wiederum lernten wir über die Arbeit kennen. Wir spielten damals alle bei verschiedenen Bands. Da wir uns auch als Musiker bereits kannten und schätzen, gründeten wir schließlich diese Gruppe.
CHiLLi: In welchen Bands wart ihr zuvor aktiv?
Simon: Die waren alle ein bisschen härter, kein Metal, aber doch extremer als das, was wir jetzt machen.
Jim: Die Band meines Bruders war beispielsweise eine Punk-Metal-Band, ich war in einer Post-Hardcore-Formation. Danny war wiederum in einer Punk-Band.
CHiLLi: Ihr habt viele Live-Dates auf eurem Kalender stehen, werdet ihr nicht irgendwann einmal müde?
Simon: Ja, natürlich, aber wir würden trotzdem nicht tauschen wollen. Es ist einfach toll, mit seinen Freunden in die große weite Welt hinausziehen und jeden Abend vor einer Handvoll Leuten spielen zu dürfen. Es geht zwar an die Substanz, aber irgendwie sollte das alles ja auch mit Arbeit verbunden sein. Im Leben wird dir nichts geschenkt.
CHiLLi: Tragt ihr eigentlich jeden Abend das gleiche Outfit?
Jim: Ja.
CHiLLi: Aber hoffentlich nicht dasselbe Gewand.
Jim: Nein, nein. (lacht) Wir haben schon um die drei, vier Stück davon.
Simon: Aber die stinken trotzdem alle.
Jim: Wir schaffen es meistens, einmal in der Woche eine Wäscherei zu finden. Das klappt aber leider nicht immer und dann riechen wir halt doch recht übel.
CHiLLi: Viele Leute hier würden euren Erfolg wahrscheinlich dem allgegenwärtigen Indie-Hype Großbritanniens zuschreiben. Wie würdet ihr sie vom Gegenteil überzeugen?
Jim: Solche Leute sollen einfach kommen und uns live sehen. Den Erfolg in unserem Heimatland haben wir vor allem unseren großartigen Konzerten zu verdanken. Manche britische Zeitungen verkaufen uns auch als Kopien von den „Talking Heads“ oder den „Queens of the Stone Age“. Wenn die sich tatsächlich einmal auf unsere Musik konzentrieren würden, wüssten sie, dass wir überhaupt nicht wie diese Bands klingen. Die einzigen, die voneinander kopieren, sind solche Blätter, indem sie die immergleichen Unwahrheiten über uns schreiben. Es stimmt ja: Die ganze Plattenindustrie ist einfach eine riesige Hype-Maschine. Kommt und seht uns live, damit wir euch beweisen können, dass wir uns jedes noch so kleine Bisschen selbst hart erarbeitet haben.
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