Neuer blauer Jugend-Chef will den Weg von Vorkämpfer „Joschi“ Gudenus verteidigen
Nepp ist der neue Gudenus. Der 27-jährige Dominik Nepp ist ab Herbst der neue Zampano der blauen Jugend. Sein Freund „Joschi“ Gudenus tritt dann altersbedingt von der Spitze des Rings Freiheitlicher Jugend ab – der Döblinger Dominik Nepp geht voran. Seit seinem sechzehnten Lebensjahr ist Nepp beim RFJ politisch aktiv, hat alle Hochs und Tiefs durchgemacht, spricht die provokante Gudenus-Sprache. Nepp sei der Macher im RFJ, meint einer seiner blauen Weggefährten. Deshalb wird Nepp zum neuen blauen Chef eingeschworen.
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Der stolze Burschenschafter und geschäftsführende RFJ-Obmann Dominik Nepp will nicht mit der „Laura-Rudas-Nazikeule“ getroffen werden. Jedoch grenzt er sich vom nationalsozialistischen Gedankengut nicht klar ab. „Heil Hitler“-Geschrei solle nicht im RFJ sondern „bitte“ woanders gemacht werden. Ob er einen „Heil Hitler“-Schreihals wegen Wiederbetätigung anzeige, müsse Nepp zuerst diskutieren und schauen wer das ist. Nationalsozialistische Lieder singe er nicht, nur solche „die es schon vor dem Jahr 1938 oder 1945 gegeben hat“. Nationalsozialistische Methoden? „Jeder soll machen, was er glaubt, was gut ist.“
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CHiLLi: Sind die jungen Blauen als rechtsextrem einzustufen? RFJ-Mitglieder waren beim rechtsextremen „Aufruhr“-Versand Kunden …
Dominik Nepp: Das ist eine gezielte Kampagne, vor allem des Herrn Öllinger, gegen den RFJ, die er jetzt schon seit Jahren medial probiert. Was er allerdings nicht schafft. Denn all diese Vorwürfe waren vor drei Jahren aktuell. Da war es auch in etlichen Zeitungen. Nur weil man das regelmäßig wiederholt, wird eine falsche Aussage nicht wahrer. Herr Öllinger hatte eine dubiose Liste von irgendwelchen Bestellungen. Keiner weiß, woher er diese Liste hat.
CHiLLi: Wie beurteilen Sie das Verhältnis des RFJ zu Burschenschaften?
Dominik Nepp: Burschenschaften sind eine der vielen tragendenden Säulen des Dritten Lagers. Der RFJ besteht nicht nur aus Burschenschaftern. Bei uns gibt es viele Funktionäre, die nicht in Burschenschaften sind. Jeder kann im RFJ Mitglied werden. Die Burschenschafter sind von der Anzahl her nur ein minimaler Teil. Nicht jeder im RFJ ist ein Burschenschafter, nur wenige. Burschenschaft ist nicht gleich rechts und schon gar nicht gleich rechtsextrem. Eine Burschenschaft ist nicht gleich Parteipolitik.
CHiLLi: Sind Sie Burschenschafter?
Dominik Nepp: Ja, bin ich. Bei der schlagenden Burschenschaft Aldania. Ich bin stolz darauf ein Burschenschafter zu sein.
CHiLLi: Wie reagieren Sie, falls jemand bei einer RFJ-Veranstaltung „Heil Hitler“ schreien sollte?
Dominik Nepp: Ich werde demjenigen Herren oder derjenigen Dame sagen, dass das nicht in Ordnung ist, dass die FPÖ oder der RFJ nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun hat. Wenn jemand so etwas unbedingt schreien will, dann soll er das bitte woanders machen, aber nicht bei einer Veranstaltung des RFJ!
CHiLLi: Sie bitten ihn oder sie dann von der Veranstaltung hinaus …
Dominik Nepp: Ja, selbstverständlich.
CHiLLi: Würden Sie diejenige Dame oder denjenigen Herren wegen Wiederbetätigung anzeigen?
Dominik Nepp: Ich werde einmal fragen, wer das ist und wir werden das dann besprechen.
CHiLLi: Im Rahmen von FPÖ-Veranstaltungen wird immer wieder „Heil Hitler“ geschrien …?
Dominik Nepp: Bei RFJ-Veranstaltungen hat noch niemand „Heil Hitler“ geschrien, das kann ich versichern. Wir schauen uns auch jeden gut an, der bei uns Mitglied werden will.
CHiLLi: Haben Sie jemals „Heil Hitler“ geschrien oder einschlägig bekannte Lieder gesungen?
Dominik Nepp: „Heil Hitler“ geschrien habe ich nie und nationalsozialistische Lieder singe ich nicht.
CHiLLi: Welche Lieder singen Sie?
Dominik Nepp: Ich bin ein schlechter Sänger. Aber es gibt sicher traditionsbewusste Lieder, die gesungen werden. Das sind Lieder, die hat es schon vor dem Jahr 1938 oder vor 1945 gegeben.
CHiLLi: Haben Sie ein Lieblingslied?
Dominik Nepp: „Die Gedanken sind frei“.
CHiLLi: Steht der RFJ mit der neu gegründeten NVP, Nationalen Volkspartei, in Kontakt?
Dominik Nepp: Nein, überhaupt nicht.
CHiLLi: Die NVP und die Junge NVP arbeiten mit nationalsozialistischer Symbolik und Methoden. So gleicht etwa das NVP-Logo dem Logo der nationalsozialistischen Deutschen Arbeitsfront. Was sagen Sie dazu?
Dominik Nepp: Ja, sollen sie machen. Jeder soll machen, was er glaubt, was gut ist. Ich misch mich da jetzt nicht in fremde Parteien ein.
CHiLLi: Bei NVP-Demonstrationen wirkt es so, als könne die NVP viele Jugendliche mobilisieren. Ist die Junge NVP eine Konkurrenz des RFJ?
Dominik Nepp: Nein. Überhaupt nicht. Die Junge NVP kenne ich nur aus dem Internet, Personen davon kenne ich nicht. Ich nehme an, dass die NVP aus zwei oder drei Leuten besteht, die sich da im Internet wichtig machen wollen. Im Grunde genommen ist es so eine Bewegung nicht wert darauf einzugehen, weil sie für mich nicht existent ist.
CHiLLi: Ist die NVP Ihrer Meinung nach nationalsozialistisch?
Dominik Nepp: Ich habe mich damit wirklich noch nicht befasst. Keine Ahnung.
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