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Internet-Protest gegen ORF

Die Aussagen von ORF-Lorenz zu „diesem Scheiß-Internet“ lösten Kontroversen aus
Die Aussagen von ORF-Lorenz zu „diesem Scheiß-Internet“ lösten Kontroversen aus
Diskutanten, ein virtueller „Lorenz Avatar“, Andreas Klinger und der „Gedenkpreis“
Diskutanten, ein virtueller „Lorenz Avatar“, Andreas Klinger und der „Gedenkpreis“

Auf „scheissinternet.at“ folgt die Plattform „Super Internet“ mit Reaktionen zu Wolfgang Lorenz

Bereits wenige Tage nach Wolfgang Lorenz umstrittenen Aussagen beim „Elevate“-Festival in Graz über das seiner Meinung nach gesellschaftspolitisch nicht relevante „Scheiß-Internet“ formierten sich Online-Proteste und Gegenaktionen. Die teils zynischen Kommentare zur offensichtlichen Unerfahrenheit des ORF-Programmdirektors mit neuen Medien sind auf der Website „scheissinternet.at“ zu lesen.

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 Daniel Erlacher: „Das ist mir persönlich zu wenig“

Mitmachen im „Super Internet“
Seit heute sammelt die neue Website „superinternet.at“ auf Initiative von Daniel Erlacher vom Grazer „Elevate“-Festival zusammen mit Heinz Wittenbrink vom Studiengang „Journalismus und Unternehmenskommunikation“ an der Fachhochschule Joanneum Ideen zur Verbesserung und Weiterentwicklung des Österreichischen Rundfunks. Jeder Fernseh-Zuseher und Internet-Benutzer, also „User“, wird dort zur Mitwirkung an der Diskussion aufgefordert, die letztlich Herr Lorenz ausgelöst hat.

„Für das Thema Internet ist Herr Pachner zuständig“
In einer telefonischen Stellungnahme aus dem Büro Lorenz wurde betont, dass „Wolfgang Lorenz durchaus bereit wäre, sich wieder einer Diskussion zu stellen, doch für das Thema Internet ist Herr Pachner zuständig.“

„Der ORF hat Interesse“
Karl Pachner, Geschäftsführer der „ORF Online und Teletext GmbH“ meinte in einer E-Mail zur Initiative: „Der ORF hat Interesse, an diesem Prozess mitzuwirken, weil wir uns den neuen Methoden der Programmdiskussion nicht verschließen möchten. Ich bin auch gerne bereit, zu einem späteren Zeitpunkt an einem Workshop teilzunehmen, der erste Zwischenergebnisse der nun angestoßenen Diskussion evaluiert.“

Reaktionen in Österreich und Deutschland
Die zum größten Teil erstaunten und verärgerten Reaktionen von Internet-Nutzern und jungen Menschen, die ORF-Programmchef Lorenz laut seinen Aussagen „scheißegal“ sind, fanden nach vielen Augenzeugenberichten und Blogger-Beiträgen auch ihren Weg in klassische Medien. Der „Kurier“ titelte in seiner Ausgabe vom 13. November etwa: „Empörte Internetsurfer auf Protestwelle“, Vienna Online stellte Wolfgang Lorenz die „Web 2.0“-Kompetenz von Al Gore gegenüber und das Nachrichtenmagazin „Profil“ benannte in seiner 47. Ausgabe die gesamte „Scheiß Internet-Generation“ nach dem ORF-Programmdirektor. Dazu lassen sich Kommentare von Journalisten wie Georg Holzer aus Österreich, Mario Sixtus aus Deutschland, dem Österreichischen Medienverband und vielen weiteren auf „scheissinternet.at“ nachlesen.

Reaktionen bekannter Weblog-Autoren
Fachhochschul-Lektor Heinz Wittenbrink zieht aus dieser „Verlinkten Öffentlichkeit“ in seinem Weblog die Schlussfolgerung: „Ob Wolfgang Lorenz nachgedacht hat, bevor er am Freitag über das ‚Scheiss-Internet‘ schimpfte und den jungen Leuten im Publikum klar machte, dass ihm ihre Meinung egal ist? Wenn, dann hat er sicher nicht mit einem öffentlichen Echo gerechnet“. Die Medienwissenschaftlerin Jana Herwig meint gar, dass „Mikrorevolten im Netz in den heutigen Zeiten den durchschlagenden Effekt“ haben und der Medienbeobachter und Internetforscher Max Kossatz meint, „im ORF ist die Zeit für einen ‚Change‘ gekommen!“

„Dieses Scheiß-Internet sind wir, die User“
Der Wiener Online-Spezialist und Mitgründer der ersten Initiative „scheissinternet.at“, Andreas Klinger, meint dazu: „Es freut mich, dass durch diese Protestaktion die Betriebsblindheit von Teilen der ORF-Leitung aufgebrochen werden konnte. Ich denke, mit der neuen Plattform „Super Internet“ ermöglichen die Grazer Kollegen jetzt einen positiv geführten Dialog zwischen allen Seiten mit der Möglichkeit zur Partizipation. Denn der nächsten Generation ist es womöglich bereits egal, was mit dem ORF passiert.“

Wolfgang Lorenz Gedenkpreis
Die Künstlergruppe „monochrom“ sieht den künftigen Entwicklungen des Staatssenders bereits augenzwinkernd entgegen. Die regenbogenförmige Trophäe ihres „Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten“ soll ab sofort jährlich vergeben werden. Die Jury 2009 bilden Manfred Bruckner von der Wirtschaftskammer Österreich, Falter-Journalistin Ingrid Brodnig, Thomas Thurner vom Quartier für digitale Kultur sowie Jana Herwig, welche trotz des teilweise humoristischen Hintergrunds bereits versprach: „Ich werde mein Amt ernst nehmen“.

Willkommen im „Super Internet“
Auf der Website „www.superinternet.at“ können ab sofort über ein E-Mail-Formular Ideen zur Verbesserung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eingereicht werden, ein Studierenden-Team betreut die Seite redaktionell und möchte anschließend die Ergebnisse öffentlich dem ORF übergeben. Wer einen Account beim Mikroblogging-Dienst „Twitter.com“ hat, ergänzt seine Meldungen mit dem Zusatz „#superinternet“ um sie direkt auf der Seite erscheinen zu lassen. Denn „dieses Super-Internet“ sind wir, die User.

Mehr dazu ...
 Daniel Erlacher: „Das ist mir persönlich zu wenig“

Passend dazu ...
 ORF-Lorenz: „Dieses Scheiß-Internet!“

Links dazu ...
 Externer Link SuperInternet.at
 Externer Link scheissinternet.at
 Externer Link Wolfgang Lorenz Gedenkpreis
 Externer Link Blogeintrag von Jana Herwig
 Externer Link Blogbeitrag von Heinz Wittenbrink
 Externer Link Blogbeitrag von Jana Herwig
 Externer Link Blogbeitrag von Max Kossatz

Richard Pyrker [ Mail ]

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