Alt währt am längsten – die Listen für die Tiroler Landtagswahl bieten nicht viel Junges
Die Politik ist alt – das wird nicht nur den Grünen vorgeworfen. Obwohl Jugendliche eine heiß umworbene Zielgruppe in der politischen Wahlkampf-Arena sind, werden sie betreffende Entscheidungen von etwas betagteren Personen getroffen. Mehr Junge in die politischen Machtzentren, fordern die ein oder anderen. Und die nächste Möglichkeit dazu gebe es immerhin in ein paar Monaten: bei den Tiroler Landtagswahlen am 8. Juni. Die Landes- und Bezirkslisten der Parteien werden bereits geplant und abgesegnet. Neugierig geht man die Listen durch: Haben es junge, engagierte Politiker auf wählbare Stellen geschafft?
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Blaue „nicht gut bestückt“
Die FPÖ zieht optimistisch in die kommenden Landtagswahlen. Nachdem sie bei der letzten Wahl etwa acht Prozent der Stimmen erhielten, möchten sie nun ein zweistelliges Ergebnis erzielen. Doch es müsste ein weitaus blaueres Wunder geschehen, damit ein junger FPÖ-Politiker in den Landtag zieht. Die ersten sechs Positionen der Landesliste stehen nämlich bereits fest und ein Jungpolitiker ist nicht dabei. Patrick Haslwanter, Landesobmann des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ), resümiert gelassen: „Wir sind halt nicht wie andere Parteien gut mit Mandaten bestückt.“ Und dann gebe es da ja noch die Bezirksliste von Innsbruck Land, die laut einer Presseaussendung „eine enorme Verantwortung an die Jugend“ übergibt. Immerhin steht der RFJ-Landesschriftführer Christian Hofer auf Platz zwei und habe damit „reelle Chancen“ auf einen Einzug, aber auch dafür muss der geplante Stimmenfang erst mal klappen.
Rotes Platz-Kämpfen
Als „Kampfmandat“ bezeichnet Marko Miloradovic seine Position auf der SPÖ-Landesliste. Der 21-jährige Landesobmann der Jungen SozialistInnen (Jusos) gibt sich aber mit seinem dreizehnten Listenplatz zufrieden: „Im Rahmen der statutarischen Möglichkeiten ist das – nennen wir es – okay“, immerhin müsse die Frauenquote und die Abdeckung der Bezirke berücksichtigt werden. Neben Marko Miloradovic und Patrick Unterberger auf der Bezirksliste Kitzbühel, gibt es sonst kein junges, rotes Gesicht. Ein Einzug in den Landtag bleibt auch hier fraglich.
Schwarzes Nicht-Profilieren
Die Junge Volkspartei (JVP) stellt als Spitzenkandidaten ihren Landesobmann Christoph Schaffenrath auf. Sein Platz, mit dem er ins Rennen steigt, ist noch nicht klar, denn die Gestaltung der ÖVP-Liste steht noch aus. Wie er seine Chancen einschätzt, möchte Schaffenrath nur indirekt beantworten: „Es geht nicht darum, sich selbst zu profilieren. Für uns ist es wichtig, ein gutes Ergebnis für unsere Gesinnungsgemeinschaft ÖVP und den Landeshauptmann zu erzielen.“ Trotzdem: Schaffenrath gibt zu, dass ein gutes Durchsetzungsvermögen gegenüber den anderen ÖVP-Bünden gefragt sein wird, um ein JVP-Mitglied im obersten Bereich der Liste zu positionieren. Bis zuletzt wurde immer wieder gemunkelt, es gebe einen internen Konflikt zwischen der 27-jährigen Landtagsabgeordneten Claudia Hirn vom Bauernbund und Christoph Schaffenrath – junge Gesichter der ÖVP, jedoch Mitglieder unterschiedlicher Bünde.
Grüner erster Platz
Und schließlich gibt’s noch die Grünen, denen auf bundespolitischer Ebene immer wieder vorgeworfen wird, sie würden junge Politiker nicht in die Machtzentren vorlassen. In Tirol möchten die Grünen ein bewusstes Signal setzen, meint Gebi Mair, der die Innsbrucker Bezirksliste anführt und somit das Grundmandat ergattern wird. Auch wenn damit ein gewisses Risiko eingegangen wird: „Ich kann nicht 35 Jahre Berufserfahrung vorweisen und behaupte auch nicht, dass ich mich in allen Dingen gut auskenne, aber das ist der Versuch von uns Tiroler Grünen, etwas anders zu machen.“ Neben Mair könnte bei Stimmenzugewinn noch eine junge Grüne in den Landtag einziehen. Ingrid Felipe hat das Kampfmandat: Platz sechs auf der Landesliste. Dass er der einzige Jungpolitiker in Tirol ist, der an der Spitze einer Liste steht, erklärt Mair mit seinem politischen Zugang. Jungpolitiker dürften nicht den Fehler begehen, sich nur auf Jugendthemen zu versteifen. „Alle Politikfelder würden anders aussehen, wenn junge Leute mitreden würden. Die Politiker-Generation, die an der Macht ist, verkauft unsere Welt als gäbe es eine zweite.“
Darauf angesprochen, kommt Kritik über die Listenaufstellung der eigenen Partei den Jungpolitikern nicht über die Lippen. Mängel bei den Konkurrenzparteien werden dagegen von jedem gesehen. Miloradovic (Jusos) kritisiert, die FPÖ würde nicht nur keine Jugendlichen aufstellen, sondern auch keine Frauen. Schaffenrath (JVP) bezeichnet die grüne Listengestaltung als „Armutszeugnis“, denn Gebi Mair sei zwar jung, würde aber keine Jugendthemen behandeln. Und Haslwanter (RFJ) fasst zusammen: „Bei allen Parteien sieht’s nicht gut aus.“
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Schwarzes „Senioren“-Duell in Tirol
Tiroler Landtagswahlen 2003
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