Die Organisation „The White House Project will Hillary Clinton als mächtigste Frau sehen
Eine Frau als Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika. Diesen Traum verfolgt Marie C. Wilson seit Jahren. Um ihn Wirklichkeit werden zu lassen, rief die ehemalige Bürgerrechtsaktivistin und Gründerin des Instituts für Frauenforschung an der Drake University in Iowa, „The White House Project“ ins Leben.
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Welcome Mrs. President
Dass es mit der bloßen öffentlichen Unterstützung einer weiblichen Kandidatin nicht getan ist, war Wilson sehr wohl bewusst. Nicht umsonst setzte sie sich jahrelang für die Serie „Commander in Chief“ (deutscher Titel: „Welcome Mrs. President“) ein, in der Geena Davis als Allen MacKenzie ihrem männlichen Vorgänger im mächtigsten Amt der Welt nachfolgt. „Das Theater verleiht der Fantasie den Hauch der Realität“, meint Wilson hierzu gegenüber dem Magazin „Cicero“.
Die große Hoffnung Clinton
Nachdem die Frau des ehemaligen Präsidenten Hillary Clinton am 19. Februar angekündigt hatte, um den Einzug ins Weiße Haus zu kandidieren, ging für Wilson ein Wunschtraum in Erfüllung. Das erste Mal in der Geschichte kandidiert eine Frau für dieses Amt, die reale Chancen auf einen Sieg hat. Die Zweifel, die auch innerhalb der demokratischen Partei an den Erfolgschancen geäußert werden, sieht Wilson als Reduktion der Kandidatin auf ihr Geschlecht. „Hillary liegt in allen Umfragen mindestens fünfzehn Prozentpunkte vorne, hätte ein Mann einen derart deutlichen Vorsprung, würde ihn niemand anzweifeln.“
SheSource.org – Expertinnen ins Rampenlicht
Langfristige weibliche Polit-Nachwuchsförderung steht hoch im Kurs in der Organisation. Mit Initiativen wie „Vote, Run, Lead“ oder „Lead a Political Life“ sollen junge Frauen animiert werden, sich aktiv in der Politik zu betätigen. Auch wird versucht, durch Lobbyarbeit bei Medienunternehmen Politikerinnen vermehrt in diversen Sendungen auftreten zu lassen. Doch nicht nur auf der politischen Bühne soll der niedrige Frauenanteil angehoben werden. „The White House Project“ wirft Journalisten vor, zu wenig weibliche Expertinnen im Zuge ihrer Recherchen zu befragen. Um diesem Zustand entgegenzuwirken, lancierte die Organisation das Webportal „SheSource.org“. Mit dessen Hilfe ist es möglich, blitzschnell Kontakt zu Fachfrauen der verschiedensten Themenfelder herzustellen.
Michele Wucker vom World Policy Institute in New York, ist Autorin mehrerer Bücher zum Thema Immigration und von der Plattform begeistert. „Das System ist ungeheuer effektiv. Einen Tag nachdem ich dort eingetragen wurde, bekam ich einen Anruf von MSNBC und habe nun regelmäßig Auftritte bei diesem Fernsehsender“, meint sie im Gespräch mit CHiLLi.cc.
Frau sein als Programm?
Alice Schwarzer wurde oft wegen ihrer Unterstützung für Angela Merkel im deutschen Bundestagswahlkampf kritisiert. Der Vorwurf wurde laut, für Schwarzer wäre das Geschlecht wichtiger als das inhaltliche Programm. In den USA wird dies auch ein großes Thema im kommenden Wahlkampf werden. „Das Programm eines Kandidaten ist natürlich wichtig, und ein Geschlecht oder das andere zu sein, garantiert noch lange nicht die Unterstützung der Männer oder Frauen“, meint Wucker.
Sie glaube schon, dass die Gesellschaft auf eine Frau im höchsten Amt vorbereitet sei, ob sie allerdings mehrheitlich für Clinton stimmen werde, das sei noch abzuwarten. Der hohe Polarisierungsgrad der ehemaligen First Lady in bestimmten Themenbereichen wie etwa Abtreibung oder auch das Eintreten für den Irakkrieg noch vor einigen Jahren könne laut Wucker jedoch dazu führen „dass viele Wähler lieber einen Kandidaten wählen werden, der weniger polarisiert – so vielseitig und beeindruckend Clinton auch sein mag.“
Links dazu …
Externer Link The White House Project (englisch)
Externer Link Vote, Run, Lead. (englisch)
Externer Link „Welcome Mrs. President” auf der Sat1.de Seite
Externer Link Michele Wucker
Externer Link Hillary for President