„The Devil Wears Prada - Der Teufel trägt Prada“ – Neu im Kino
David Frankel erschafft mit „Der Teufel trägt Prada“ eine Ode an die Mode – ganz im Stil von „Sex and the City“. Kein Wunder also, dass der eigentliche Star hinter der Kamera nicht Frankel als Regisseur ist, sondern Patricia Field, die Kostümbildnerin, die auch schon mit den Outfits für Carrie & Co in der Modewelt für Furore gesorgt hat.
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Es war einmal ...
Andy Sachs, gespielt von der unscheinbaren Anne Hathaway, möchte in New York City als Journalistin Fuß fassen. Als Sprungbrett soll ihr eine Assistentenstelle beim Magazin „Runway“ dienen. Den letzten Feinschliff bekommt die einflussreiche Zeitschrift durch die Hand Miranda Priestlys, der mächtigsten Frau in der Modewelt, gespielt von der wieder einmal göttlichen Meryl Streep. Andy's Job als Miranda´s persönliche Assistentin bedeutet im Klartext: Vierundzwanzig Stunden am Tag für sie da zu sein, ihre Launen und ihre kaum schaffbaren Aufgaben zu erledigen. Kurz, ein Job bei dem man mit fehlender Selbstachtung gut bedient ist. Doch trotzdem ist es eine Arbeit, für die Millionen von jungen New Yorkerinnen zur Mörderin werden würden.
Das hässliche Entlein verwandelt sich
Zu offensichtlich wird Andy's Bewerbungsoutfit sogar von Nicht-Modeexperten unter den Zuschauern als unpassend definiert. Und zu aufgesetzt wirken die Witze, wenn Andrea keine Ahnung hat, was die Firma „Dolce&Gabbana“ sein soll.
Doch langsam schafft es die naive Andy, sich Respekt zu erkämpfen. Mit Hilfe von Mirandas rechter Hand Nigel verwandelt sich das hässliche Entlein. Nigel, gespielt von Stanley Tucci, der ein unterforderter Lichtblick in diesem Film ist, darf hier seine bereits dritte Variante von „Nobel-Schwuler mit Geschmack“ spielen. Andy lernt indes weiter die Hüften zu schwingen, nimmt eine unnötige Kleidergröße ab und beginnt teuren Designer Fummel zu tragen. Aber je mehr sie sich in dieser Glamour-Welt zurecht findet, um so mehr wendet sich auch ihr Freund von ihr ab, und um so mehr begreift sie, dass Mirandas Welt eine einsame ist. Und so realisiert Andrea, dass sich das Leben nicht nur um „Dolce&Gabbana“ und die restliche Truppe dreht.
Das wahre Leben
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Lauren Weisberger, die genau weiß, wovon sie schreibt, da sie selbst einmal als Assistentin der Chefredakteurin der Zeitschrift „Vogue“ gearbeitet hat. Doch alle, die die Buchvorlage gelesen haben, welche weite Wellen geschlagen hat, werden enttäuscht sein, gehen doch viele Handlungsstränge im Film verloren. Andys eifersüchtige Kollegin, großartig neurotisch dargestellt von Emily Blunt, fungiert plötzlich nur noch als Stichwort-Geberin für die verhältnismäßig schwache Miranda-Andy Geschichte. Kein Wunder also, wenn einiges von dem inhaltlichen Pep verloren geht.
Ein Hoch auf das Monster
Ein wahrlicher Grund, sich diesen Film dennoch anzuschauen, ist Meryl Streep. Während sie beispielsweise in „Music of the Heart“ eine wirklich offene, herzerwärmende und liebenswürdige Musiklehrerin spielt, ist sie hier schlicht und einfach Satans Reinkarnation. Doch das wahrlich Größte an „Grande Dame“ Miranda sind all jene Dinge, die sie nicht sagt.
Viel mehr sind es die versengenden Blicke, die trägen Handbewegungen und das beängstigende Schweigen. Die unauffälligste Gestalt im Film ist Anne Hathaway, die nur hübsch anzusehen ist, beinahe an Audrey Hepburn (Pat Field sei Dank) erinnert und sonst aber nicht viel zu bieten hat.
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